Mannheim
Klimawandel: Kobaltblaue Schuhe als Mahnung
Blaue Schuhe vor dem Heidelberger Schloss, blaue Schuhe auf dem Mannheimer Marktplatz, blaue Schuhe in der Wüste, am Badestrand, vor den Pyramiden von Gizeh und bald auch auf dem Markusplatz von Venedig – in einem Vierklang machen die Mannheimer Klimaschutzagentur, das Veranstaltungsatelier Peer 23, die Surfrider Foundation und Künstler Frank Schlottmann auf die Folgen des Klimawandels für unsere Gewässer aufmerksam.
„Jeder Schritt zählt“
„Die Farbe Blau steht für das Wasser und ansteigende Meeresspiegel, die Schuhe symbolisieren die Menschen und ihre Rolle für das Klimageschehen“, erklärt Schlottmann, der sich die Idee 2018 im Rahmen der Fridays for Future-Proteste ausgedacht hat. „Ich wollte kreativer und nachhaltiger als diese Proteste sein.“ Der Heidelberger sieht seine Kunstwerke als Mahnung und Erinnerung und ein Stück weit auch als kreative Botschaft: „Jeder einzelne Schritt zählt.“
Das sieht auch Marianne Crevon so. Die Geschäftsführerin der Klimaschutzagentur Mannheim war deshalb sofort dabei, als Schlottmann angefragt hatte, ob sich nicht auch Mannheim an seiner Aktion beteiligen wolle. Ziel ist es, den Markusplatz mit 5000 kobaltblauen Schuhen zu bestücken. Aus Mannheim erhofft er sich dabei bis 22. April rund 1000 Schuhpaare. „Wir beteiligen uns schon immer an der weltweiten ,Earth Hour’. Seit 2012 machen wir parallel dazu immer Aktionen“, so Crevon beim Auftakt im Peer 23.
„Bilder gehen hoffentlich um die Welt“
Der optimale Startpunkt, beschied Melanie Holstein vom nichtkommerziellen Kunst- und Kulturverein im Hafengebiet. Immerhin entstehe aus der Mischung von Ateliers, Werkstätten und Veranstaltungsprogramm ständig Neues und generell ein breites Kulturangebot. „Die Bilder, die hier und heute entstehen, gehen hoffentlich um die Welt“, sagt Schlottmann, der jeden der rund 50 Teilnehmer dazu aufrief, sich ein blaues paar Schuhe zu sichern und vor den unterschiedlichsten Hintergründen zu fotografieren und anschließend über die Sozialen Medien zu verteilen.
Die Surfriders waren dabei schon mit gutem Beispiel vorangegangen, sie kamen direkt von einer Müllsammelaktion in Seckenheim. Schuhpaare waren allerdings wenig darunter. Trotzdem passte die Sammelaktion am Neckarufer zum Auftakt, denn am Samstag war nicht nur die vom World Wide Fund For Nature (WWF) ausgerufene „Earth Hour“, sondern „heute ist zugleich auch Weltwassertag“, erklärt Projektleiterin Caroline Golly. „Und der Umgang mit Trinkwasser ist unser Thema, denn das Trinkwasser gerät immer mehr in Gefahr.“
Mit der gemeinsamen Malaktion wolle man demonstrieren, dass sich jeder Einzelne beteiligen kann. „Das ist der berühmte Stein, der ins Wasser geworfen wird und hier Wellen schlägt.“ Deshalb sei es auch richtig, Kunst und Klima unter einer gemeinsamen Aktion zu vereinen und zunächst einmal die 64 bereitgestellten Schuhe vorab in weiß zu grundieren, „damit die Farbe im Anschluss besser zur Geltung kommt“, so Schlottmann, und anschließend in kobaltblau zu bemalen. Er freute sich nicht nur über die 64 Paare zum Auftakt, sondern war sich sicher, schon bald die Marke von 5000 zu knacken, um das Projekt auf dem Markusplatz angehen zu können. „Wenn ich die Aktion dort gemacht habe werde ich die Schule wieder verteilen. Denn jeder kann die Schuhe dann an verschiedene Orte stellen, fotografieren und teilen.“
Noch Fragen?
Die Klimaschutzagentur bittet lediglich darum, auf Fotos und Videos mit #KunsttrifftkliMA geteilt und zu @klimaschutzagentur.mannheim verlinkt zu werden. Schlottmann selbst verweist hingegen auf seinen Auftritt bluedemonstration.org.