Ludwigshafen Kleine Bausteine fürs „Hotel Europa“

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50 Jugendliche aus Ludwigshafen, Mannheim und Paris arbeiten derzeit eine Woche lang mit deutschen und französischen Künstlern zusammen, um ein internationales Kunstprojekt auf die Beine zu stellen. Noch bis Donnerstag wird fleißig geprobt. Dann endet der Austausch mit einer großen Abschlusspräsentation im Mannheimer Jugendkulturzentrum „Forum.“ Am Samstag haben die Jugendlichen im Hack-Museumsgarten erste Bausteine ihres „Hotel Europa“ gezeigt.

Das Orchester, das auf der kleinen überdachten Bühne im Museumsgarten spielt, ist so bunt wie die Gruppe von Jugendlichen, die ihm gebannt lauscht. Mit Tuba, Saxofon, E-Gitarre, Klarinette, Banjo, Schlagzeug und einer menschlichen Beat-Box wird unter Anleitung des Pariser Musikers Claudio Pallaro ein Jazzstück auf die Bühne gebracht. Die Ludwigshafener, Mannheimer und Pariser Jugendlichen des internationalen Orchesters haben sich, wie der Rest der Gruppe auch, erst am Tag davor kennengelernt. Bis Donnerstag werden sie gemeinsam am „Hotel Europa“ arbeiten, wie das Programm, das vom Mannheimer „Wir“-Projekt geleitet wird, heißt. Herauskommen soll am Ende ein buntes Programm aus Musik, Schauspiel und Tanz. Unterstützt werden die Jugendlichen von zahlreichen Musikern, Choreographen und Theaterpädagogen aus beiden Ländern. Neben dem rein künstlerischen Aspekt steht für die Organisatoren des Projekts jedoch vor allem der interkulturelle Austausch im Vordergrund. „Wir möchten den Jugendlichen zeigen, dass sie sich viel bewegen sollen in der wunderbaren Welt, in der sie leben“, sagt Gerburg Maria Müller, Regisseurin und Leiterin des „Wir“-Projekts. Für einige der jungen Menschen war dies bisher jedoch keine Option. „Viele der Pariser Jugendlichen kommen aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Wir waren darauf bedacht, Jugendliche auszuwählen, die vielleicht nicht ganz so selbstverständlich durch die Welt reisen können“, erklärt Müller. Der interkulturelle Austausch war auch für die 20-jährige Linda Libori aus Oggersheim und die 23-jährige Désirée Blank aus Mannheim ein wichtiger Aspekt, an dem Projekt teilzunehmen. Die beiden jungen Frauen sind Teil des Musical-Projekts von „Wir engagieren uns für unsere Stadt“ und freuen sich darüber, neue, internationale Bekanntschaften zu machen. „Es war überhaupt nicht schwer, Kontakt zu den anderen zu knüpfen. Die Pariser sind sehr freundlich und offen“, erzählt Libori. Die Sprachbarrieren seien auch kein Problem; Libori spricht ein bisschen Französisch, ansonsten verständigen sich die Jugendlichen mit einem „Mischmasch aus Englisch, Französisch und Gestikulation“, wie Blank amüsiert verrät. Ein besonderer Anreiz für die Teilnahme am Projekt war für die beiden auch die Tatsache, dass die gesamte Gruppe im November ihr Programm beim Pariser Musikfestival „Les musiques du villes du monde“ präsentieren wird. „Das ist einfach eine einmalige Gelegenheit“, sagt Libori. Einen Kritikpunkt hat sie jedoch: „Projekte wie dieses muss es einfach viel öfter geben. Sie zeigen, dass sich was bewegt in der Stadt.“

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