Ludwigshafen KLASSENSPLITTER: Wechselbad der Gefühle für Villecco

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LUDWIGSHAFEN

. Eine Woche nach der derben 2:10-Klatsche bei Meister SV Ruchheim ist dem A-Ligisten VfR Friesenheim ein 8:1-Sieg gegen die abstiegsbedrohte DJK Schwarz-Weiß Frankenthal gelungen. Ein Spiegelbild einer sehr wechselhaften Saison. Das 2:10 in Ruchheim war – so haben es einige VfR-Spieler aus früheren Zeiten ermittelt – die erste zweistellige Niederlage nach dem Krieg. „Mit dieser Saison bin ich nicht zufrieden. Gemessen an der Qualität der Spieler sind wir zu schlecht platziert“, sagt der scheidende Trainer Donato Villecco. Der 43 Jahre alte Übungsleiter will kürzer treten und eine Pause einlegen. „Diese regelmäßige Verpflichtung will ich nicht mehr haben. Ein Trainer darf nie fehlen, soll nie krank, dafür immer gut gelaunt sein. Er muss ein offenes Ohr für 18 verschiedene Probleme haben und mehr Psychologe als Trainer sein“, nennt Villecco Gründe für seine Pause. Die hatte er frühzeitig angekündigt. Der Klub hat in Toni Maric auch längst einen Nachfolger für ihn gefunden. Der 43 Jahre alte Villecco ist zwiegespalten. Auf der einen Seite hat er zu seinen Spielern einen guten Draht, will den Kontakt nicht abreißen lassen und sagt, dass er sich ab und zu mal ein Spiel der Jungs anschauen will. Andererseits hat er Probleme mit der Einstellung, wie sie ein Teil der heutigen Spielergeneration an den Tag legt. „Die Mentalität der Spieler hat sich verändert. Ich habe früher jeden Termin verlegt, nur um am Sonntag spielen zu können. Schon am Samstagabend war ich nervös“, erinnert sich Villecco. Heutzutage werde ein Spiel zu schnell abgesagt. Fußball sei ein Hobby unter vielen. „Sagt man heute einem Spieler, dass er am Sonntag nicht dabei ist, dann wird das zur Kenntnis genommen. Ärgern tun sich da nur die wenigsten“, hat der Coach festgestellt. Urlaube und Verletzungen kämen noch hinzu, was den Kader oft merklich ausdünne. Das sei auch ein Grund für die Pleite in Ruchheim gewesen. Dort musste der Trainer zum wiederholten Mal sogar als Torwart aushelfen. Die zehn Gegentore ärgern ihn weniger als das Auftreten nach der Pause. „Da muss man sich auch mal zusammenreißen, damit man nicht abgeschossen wird“, fordert Villecco. Mit diesem Problem muss er sich in der kommenden Saison nicht mehr befassen. (thl)

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