Handball
Ketsch/Friesenheim verliert das Spitzenspiel gegen Marpingen-Alsweiler
FSG-Trainer Eyub Erden war enttäuscht. „Wenn wir das ganze Spiel so gespielt hätten wie die zweite Hälfte, wäre es noch nicht einmal eng geworden. Dann hätten wir gewonnen.“ Tatsächlich hatten die Gastgeberinnen den ersten Rückschlag schon vor Spielbeginn zu verkraften. Maike Freitag hatte sich unter der Woche im Training schwer verletzt. „Sie hätte uns im Spitzenspiel natürlich weitergeholfen“, bedauerte Erden. Daran lag es aber nicht, dass die FSG den Start in die Partie verschlief, seltsam nervös spielte und sich damit immer wieder Ballverluste und Fehlwürfe – allein drei vergebene Siebenmeter – leistete. Beim 12:19 (30.) schien die Partie praktisch schon gelaufen, auch wenn Janneke Geigle unmittelbar vor der Pause noch einmal verkürzte.
Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Gastgeberinnen dann wie ausgewechselt. „Da haben wir endlich unsere Stärken ausgespielt“, so der Trainer. Mit einer guten Abwehr und Tempo kämpften sich die Friesenheimerinnen Tor um Tor wieder heran. Beim 18:20 (Mona Kuczaty, 39.) war der Anschluss wieder hergestellt. Und es hätte noch ein wenig besser laufen können, aber Franziska Brecht vergab den vierten FSG-Siebenmeter. Stattdessen zogen die Gäste wieder auf 18:22 davon. Den Kampfgeist der Gastgeberinnen hatten sie damit noch nicht gebrochen. Noch lange nicht. Die Ex-Marpingerin Sara Jelicic traf zum 23:24 (50.) und nachdem die eingewechselte Kendra Little gegen Gianna Fuchs den ersten (und einzigen) Siebenmeter pariert hatte, ging die verbandsübergreifende Spielgemeinschaft mit Toren von Jana Heidger und erneut Jelicic gar erstmals im gesamten Spiel (25:24, 52.) in Führung.
Erfahrung der Gäste gibt den Ausschlag
Ins Ziel brachten sie diesen knappen Vorsprung nicht. Erden machte dafür die Erfahrung der Gäste als Grund aus: „Sie haben eine Menge dritt- und auch zweitligaerfahrene Spielerinnen, die in der engen Schlussphase nicht die Nerven verloren haben.“ Seine Mannschaft selbst sei hingegen in vielen Phasen des Spitzenspiels zu oft noch zu unerfahren und damit zu hektisch. Jana Heidgers 29:30 war 68 Sekunden vor dem Ende der letzte Hoffnungsschimmer. 30 Sekunden später war das Spiel mit dem 29:31 entschieden. „Das ist ein Entwicklungsprozess.“ Diesen will der Trainer nun fortsetzen, denn rein rechnerisch ist die Meisterschaft bei nun sieben Zählern Rückstand und zwölf noch ausstehenden Spieltagen noch nicht entschieden, faktisch sei die HSG Marpingen-Alsweiler aber zu stabil für eine Aufholjagd. „Wir wollen jetzt alles darauf konzentrieren, Zweiter zu werden und nehmen in der nächsten Saison einen neuen Anlauf“, so Erden, der bedauerte, dass die starke kämpferische Leistung aus dem zweiten Durchgang nicht zumindest mit einem Punkt belohnt worden war.