Ludwigshafen „Kann schnell vom König zum Depp werden“

Ludwigshafen. Manfred Blockus, langjähriger Coach des Fußball-Bezirksligisten BSC Oppau, beendet nach dieser Saison aus beruflichen und privaten Gründen seine Trainerlaufbahn. Zuvor will Blockus mit seinem Team in die Landesliga aufsteigen und morgen, Sonntag, in der Friedrich-Ebert-Halle den Titel des Stadtmeisters verteidigen.
Nein, das wäre überheblich. Aber wenn es so kommen sollte, dass wir gewinnen, dann haben wir keine Probleme zu improvisieren. Im Vorjahr war es ein sehr schönes Fest. Der BSC geht als Titelverteidiger ins Rennen. Was ändert sich dadurch? Nichts. Es ist eine tolle Sache, das Turnier zu gewinnen, aber es ist nicht so einfach, dies zu wiederholen. Man muss sich alles erst wieder erarbeiten. In den Spielen ab dem Viertelfinale braucht man auch Glück. Ein Sieg bei der Stadtmeisterschaft ist nicht planbar. Der Titel im Vorjahr hat uns stolz gemacht, weil das Turnier einen enorm hohen Stellenwert hat. Die Wahrnehmung wird eine andere sein. Ihr Team ist der Gejagte, oder? Wir sind laut Klasseneinteilung die Nummer vier in der Stadt, die Nummer vier von 16 Teams. Wir haben so viel Selbstvertrauen zu sagen, dass wir schon seit Jahren zu den Gejagten zählen. Die „Kleinen“ sind heiß und wollen die höherklassigen Mannschaften schlagen. Da ist es egal, ob der Höherklassige Arminia, LSC, Südwest oder BSC heißt. Der BSC hat das Turnier in Maxdorf gewonnen und ist in Dirmstein Zweiter geworden. Ist Ihr Team in Topform? In unserer Mannschaft stehen viele gute Hallenspieler. Wenn die funktionieren, ist es schwer, uns zu schlagen. Aber erst müssen wir die Pflichtaufgaben in der Gruppe erfüllen. Die Gruppe mit VfR Friesenheim, DJK Concordia und SV Maudach sollte aber kein Problem darstellen. Ein Ausscheiden wäre eine Blamage. Aber es ist nicht ausgeschlossen, eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Die anderen geben in zwölf Minuten alles, da kann man schnell vom König zum Depp werden. Aber ich bin guter Dinge, die Mannschaft will sich keine Blöße geben. Sie stehen in der Eberthalle zum letzten Mal an der Bande. Kommt Wehmut auf? Jetzt noch nicht. Aber wenn das Turnier läuft und vor allem, wenn es gut läuft, dann wird schon etwas Wehmut aufkommen. Ich versuche, das Turnier, das ich als Spieler nie gewonnen habe, entspannt zu genießen. Ob mir das gelingt, weiß ich aber nicht. Aber ich freue mich, weil eine Stadtmeisterschaft in dieser Halle außergewöhnlich ist. Was muss passieren, damit Sie von einem guten Turnier sprechen? Wenn wir das Halbfinale erreichen und dann mit Pech ausscheiden, dann ist das okay. Richtig gut ist das Turnier, wenn wir es gewinnen. Kommen Sie in Bestbesetzung? Nein, einige wie Randazzo, Hofmann, Fouquet oder Munnecke fehlen. Dazu Christian Berwanger, der im Vorjahr zum besten Spieler gewählt wurde. Er erholt sich von einer Operation. Aber keine Sorge, wir haben eine starke Mannschaft. Wer sind die härtesten Konkurrenten? Die Arminia, die nicht zeitgleich in Mannheim spielt wie 2014, ist haushoher Favorit. Schade, dass sie mit dem Ludwigshafener SC und Ruchheim in einer Gruppe spielen. Das ist nicht so glücklich.