Ludwigshafen „In den modernen Autos steckt zu viel Elektronik“

„Irgendwo in Lu“ sind wir jede Woche in der Stadt unterwegs auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Gestern trafen wir Sigmund Plischka, 77 Jahre, aus Friesenheim. Der Rentner hatte gerade eine Autopanne in Ruchheim.
Weiß ich nicht so genau. Irgendwie spinnt bei diesem Wetter die Elektronik. Mitten auf der Kreuzung ist er einfach ausgegangen, und nun macht er keinen Mucks mehr. Ärgerlich. Ich hatte das Auto gerade letzte Woche aus der Werkstatt abgeholt. In den modernen Autos steckt einfach zu viel Elektronik. Und jetzt? Warten Sie auf den Abschleppdienst? Nein, ich habe einen Bekannten angerufen, zu dem ich hier sowieso wollte. Der kommt jetzt hoffentlich bald. Er ist Automechaniker und schaut es sich mal an. Außerdem kann er mich dann auch abschleppen. Und wenn nicht, rufe ich eben den ADAC. Auf den Service von denen kann ich mich immer verlassen. Man hört Ihnen an, dass sie nicht hier geboren sind. Wo kommen Sie her? Geboren und aufgewachsen bin ich in Bielefeld in Ost-Westfalen, aber ich bin schon sehr lange in der Region. Seit 1967 in Weinheim und seit 1992 in Ludwigshafen. Und? Gefällt es Ihnen? Ludwigshafen ist als Stadt schon in Ordnung. Am Anfang haben wir uns natürlich noch mehr in Richtung Bergstraße orientiert, aber mittlerweile sind wir in der Pfalz angekommen. Man lernt zu schätzen, dass die Lage hier wirklich sehr zentral ist. Man ist in 20 Minuten in Heidelberg und in einer Stunde in Frankfurt und von dort praktisch überall. Was verbindet Sie noch mit Bielefeld? Als Fußballfan sehe ich noch immer nach der Arminia. Ich habe als Kind sogar einmal auf der Alm ein Vorspiel bestritten. Wir haben 1:9 verloren. Haben Sie hier gearbeitet? Ja, ich war in der Hausverwaltung bei einem Architekten aktiv und bin es eigentlich noch immer, mittlerweile dann aber eher als ehrenamtlicher Hausmeister in unserem Wohnhaus. Und außerdem pflege ich noch die kleine Grünanlage, die ich in meiner aktiven Zeit angelegt habe. Im Sitzen wird man alt. Das heißt, sie haben heute Morgen auch schon Schnee geschippt? Selbstverständlich. Ich stand um 7.30 Uhr auf der Straße und habe den Gehweg geräumt. Kalt wird einem dabei zumindest nicht. Ihrem Auto sieht man den aktiven Handwerker an. Stimmt. Ich habe immer Werkzeug oder Baumaterial dabei. Ich gehe auch immer in Campingurlaub. Mit meinem 16-Quadratmeter-Zelt fahre ich da bis nach Danzig. Dafür habe ich auch diesen kleinen Transporter gekauft. Und eigentlich war ich damit ja zufrieden – bis er vorhin einfach ausgegangen ist. Haben Sie Vorsätze fürs neue Jahr? Ach, junger Mann, das mit Silvester wird mit den Jahren ruhiger. Mein Arzt hat mir geraten, mit dem Rauchen aufzuhören. Aber ich rauche seit meinem 20. Lebensjahr Pfeife und Zigarre, und mit bald 78 höre ich damit jetzt sicher nicht mehr auf.