Ludwigshafen „Ich mische mich gern ein“

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Sie sind die Türöffner für Integration: Menschen, die sich in Ludwigshafen ehrenamtlich bei der Flüchtlingshilfe einbringen. Für sie öffnen wir im „Adventskalender“ täglich ein Türchen. Heute stellen wir Brigitte Eckhardt vor.

„Flüchtlinge sind Menschen wie du und ich. Es sind keine Ungeheuer, die da zu uns kommen“, sagt Brigitte Eckhardt aus der Pfingstweide. Das will sie vermitteln. Im Verein „Respekt: Menschen!“, der sich seit 2011 für die Belange von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Ludwigshafen einsetzt, wurde sie gerade erst an der Seite von Marianne Speck zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die Mitbegründerin der Initiative, Christel Aderhold, hatte sich wie berichtet aus dem Amt zurückgezogen. Über sich selbst sagt Brigitte Eckhardt: „Ich bin gerne aktiv, ich mische mich gerne ein, und der Umgang mit Menschen macht mir Spaß.“ Das war schon in ihrem Berufsleben als langjährige Leitern des Luise-Scheppler-Kindergartens in Edigheim so. Und daran hat sich in ihrem Ruhestand auch nichts geändert. Besonders die ehrenamtliche Arbeit mit Familien und Kindern liegt ihr am Herzen. Gemeinsam mit einer Handvoll Mitstreiter kümmert sie sich schon länger um die rund 80 Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Oppau. Das Quartier sei zwar etwas besser als jenes im Rheingönheimer Rampenweg, sagt Eckhardt. Aber nur wenige hätten eine Vorstellung davon, was es bedeutet, wenn eine ganze Familie auf Dauer in einem 15 Quadratmeter großen Zimmer leben müsse. Interessierten bietet die Frau mit den üppigen blonden Locken an, sich die Oppauer Unterkunft mal anzusehen, die Menschen dort kennenzulernen und sich mit ihnen zusammenzusetzen, um einen Eindruck von den Umständen zu bekommen Dass viele Flüchtlinge trotz der schwierigen Bedingungen fröhlich und sehr gastfreundlich sind, diese Erfahrung mache sie sehr oft, sagt Eckhardt. Infolge der jüngsten Änderungen im Asylgesetz ist in der Unterkunft einiges in Bewegung geraten, wie sie berichtet. Viele Familien aus dem Westbalkan reisen derzeit freiwillig aus, weil sei keine Bleibeperspektive haben, stellt Eckhardt fest. Dafür leben nun Menschen aus Syrien und Afghanistan in der „Villa“, wie das Quartier von den Helfern genannt wird. Brigitte Eckhardt freut sich sehr, wenn sie für einzelne Familien in ihrem Umfeld etwas bewegen kann. Bei einer dreiköpfigen Familie aus Mazedonien sei ihr das gerade gelungen. Das Trio sei als Härtefall anerkannt worden. Der Vater habe eine Arbeit gefunden. Als sie der Familie die gute Nachricht überbracht habe, dass sie eine Zukunft in Deutschland habe, seien sich die drei in die Arme gefallen und hätten geweint, erzählt Eckhardt lächelnd. Es ist ihr wichtig, dass vor allem Flüchtlingskinder integriert werden, dass sie zur Schule gehen, ihre Hausaufgaben machen, in Sportvereinen mitmachen dürfen und dabei Freunde finden. Dafür setzt sie sich persönlich und in den entsprechenden Einrichtungen und in vielen Gesprächen ein. Zuletzt habe sie sich am Edigheimer Humboldt-Gymnasium darüber gefreut, dass Schulleiter Andreas Klaes persönlich ein Kind sehr herzlich willkommen geheißen habe. Brigitte Eckhardt ist davon überzeugt, dass Transparenz und Informationen für die Ludwigshafener im Umgang mit Flüchtlingen wichtig sind. Daher hält sie auch Vorträge über ihre Arbeit zum Beispiel beim Frauenbund oder in der Kolpingsfamilie. (Foto: rhp)

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