Ludwigshafen „Ich habe mich zum Affen gemacht“
Ludwigshafen. In der Serie Sport-Plauderei stellen wir Menschen vor, die sich hinter den Kulissen des Sports bewegen. Sören Breininger (29) aus Ludwigshafen hat als Fußballer verletzungsbedingt einen Schlussstrich gezogen, gehört aber dem A-Jugend-Trainerteam von Arminia Ludwigshafen an. Während des Sommercamps bei der Arminia hat er sein Seepferdchen gemacht.
Ich habe es früher nicht gemacht, weil ich als Kind Dinge, die nicht gleich geklappt haben, gar nicht gemacht habe. Im Familien- und Freundeskreis ist es aber Thema geblieben. Ich bin damit immer aufgezogen worden und dann war für mich klar ... ... dass es dann erst recht nicht in Frage kommt. Genau. Wir hatten im Sommer bei der Arminia dann ein Feriencamp. Da haben wir abends zusammengesessen, meine Trainerkollegen Maik Unfricht, Steffen Lang und ich, und da haben sie mich wieder mal aufgezogen. Da wir am nächsten Tag mit den Kindern sowieso ins Schwimmbad sind, habe ich gesagt, so Jungs, morgen mache ich das Seepferdchen. Können Sie schwimmen? Ja, ja. Ich bin kein hochklassiger Schwimmer, aber ich kann mich über Wasser halten und komme zurecht. Wie ist Ihr Verhältnis zum Wasser? Im Weiher schwimme ich ganz gerne mal im Sommer, von A nach B. Aber Bahnenziehen, nein danke. War das Seepferdchen denn schwer? Nein, das ist ja keine große Leistung für einen erwachsenen Mann. Es war eher witzig. Die Bahn habe ich schwimmen können. Lustig war, dass der Bademeister sich vorher Sorgen gemacht hat, ob ich untergehe oder über Wasser bleibe. Was muss man genau machen? Schwimmen und tauchen. Beim Tauchen muss man aus schultertiefem Wasser einen Ring hochholen. Das ist ja kein Problem. Aber sie hatten mir eine Schwimmbrille und Badekappe gekauft. In die Brille ist mir Wasser reingelaufen, deshalb habe ich gar nichts gesehen und den Ring deshalb erst beim zweiten Mal gefunden, das heißt ertastet. Es soll ja Menschen geben, die sich unter Wasser auch getrauen, die Augen aufzumachen ... Ich war halt schon unter Wasser und habe die Augen dann lieber zugemacht, weil zu viel Wasser drin war. Hat noch einer mitgemacht? Nein, ich war der Einzige, habe immerhin aber auch Einlaufmusik bekommen. Die Betreuer und Kids saßen dann am Beckenrand und haben zugeschaut, und vor denen habe ich mich dann zum Affen gemacht. Die Intention war eigentlich schon gewesen, die Kinder zum Mitmachen zu animieren. Aber sie hatten keine Lust. Es waren schon zwei, drei dabei, von denen ich wusste, dass sie’s nicht haben. Aber sie haben lieber gespielt. Sie haben noch mal für einen Moment die Schüler-Lehrer-Rolle sozusagen getauscht, haben ja aber eigentlich inzwischen die Seiten gewechselt. Was sehen Sie heute als junger Trainer anders als früher, als Sie selbst noch Fußball gespielt haben? Vor allem die Wiederholung im Training. Wenn man gewisse Dinge trainieren will, muss das leider sein. Oder auch, dass man in der Ansprache Dinge wiederholt. Als Spieler habe es einfach unterschätzt, was man sich als Trainer für Gedanken macht. Ich bin mit meiner Tasche gekommen und habe gesagt, ich will kicken. Heute sehe ich, welcher Aufwand dahinter steckt.