Fußball
Heimspielauftakt für die Arminia
Die Rede ist von Nico Pantano. Der 31-jährige Kommissar gewann mit der Polizei-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in England den Titel. Schon vor vier Jahren zählte der offensive Mittelfeldspieler zum Team des Europameisters. Jetzt hat Rekordgewinner Deutschland im nordenglischen Newcastle seinen Titel locker verteidigt. „Es war ein tolles Erlebnis, auch weil wir erstklassige Leistungen gezeigt, die Spiele dominiert und uns sehr souverän durchgesetzt haben“, freut sich der Kapitän des FC Arminia.
Nach einem 1:1 in einem harten Spiel gegen Tschechien gewannen die Deutschen gegen Dänemark 6:1, wobei Pantano ein Tor beisteuerte. „Die Dänen haben etwas naiv verteidigt und waren nicht so stark“, erklärt der in der Mittelfeldzentrale eingesetzte Armine. Ein schwerer Brocken sei Bulgarien gewesen, doch auch da reichte es zu einem 3:0-Erfolg. Nach einem 6:0-Kantersieg gegen müde und überforderte Schweizer im Halbfinale schlug Deutschland im Endspiel Ausrichter Großbritannien 4:1. „Das Finale fand im Stadion eines Drittligisten statt. Das hatte schon Atmosphäre. Und nach dem Turnier gab es ein Bankett“, erzählt Pantano.
Arminia Kapitän ausgezeichnet
Was die Veranstaltung, die sich über sechs Tage erstreckte, für ihn noch unvergesslicher macht, ist die Auszeichnung zum besten Spieler des Turniers. „Ich habe zwar nur einen Treffer selbst erzielt, aber vielleicht die Hälfte unserer Tore vorbereitet“, verdeutlicht Pantano. Im deutschen Team standen zwei Verbandsligaspieler, ansonsten Akteure aus Oberligavereinen, von den einige auch höherklassig gespielt haben, wie beispielsweise der Pirmasenser Ex-Profi Daniel Bohl. „Wir hatten einen Physiotherapeuten dabei, haben viel präventiv gearbeitet. Und während andere Mannschaften nur mit vier oder fünf guten Spielern antraten, war unser Team durchweg stark besetzt“, berichtet Pantano.
Am Tag nach der Landung stand der Techniker und Spielgestalter des FCA, der seit 2015 das Trikot der Arminia trägt und mit 187 Einsätzen ihr Oberligarekordspieler ist, in Trier schon wieder auf dem Platz. „Nico war mir als Persönlichkeit und Anspielstation auf dem Platz zu wichtig, als dass ich ihn nicht für die Startelf nominiert hätte“, erläutert Trainer Andreas Brill. Er habe einen hohen läuferischen Aufwand betrieben, sodass ihm am Ende die Körner ausgegangen seien, nennt der Coach den Grund, warum er Pantano nach 79 Minuten vom Feld holte. Direkt nach dem Tor zum 1:0 für Trier wollte Brill mit einem offensiven Dreifachwechsel für frischen Wind sorgen.
Coach ist zuversichtlich
„Mit ein bisschen Glück können wir am Anfang in Führung gehen. Man kann in Trier verlieren, aber es hätte nicht zwingend sein müssen, obwohl es die beste Mannschaft ist, gegen die wir seit langem gespielt haben“, ordnet Pantano die Niederlage ein. Sein Trainer sah es ähnlich: „Die ersten 15 Minuten waren sehr gut. Aber je länger in der zweiten Hälfte das Spiel gedauert hat, desto mehr haben Mut, Konzentration und Kraft nachgelassen. Wir konnten keine Nadelstiche mehr setzen.“ Erst ziemlich spät gelang der Eintracht das Führungstor, weil die Gastgeber in dem Moment handlungsschneller waren. Kurz vor dem Ende fehlte bei einem Freistoß die Zuordnung und Trier erhöhte auf 2:0.
Leidenschaft, Herz, Einsatz, Einstellung – all dies habe gestimmt, was den Coach zuversichtlich auf die Partie gegen Karbach blicken lässt. „Der Gegner hat eine körperlich starke und robuste Mannschaft, die ein gutes Umschaltspiel praktiziert“, weiß Brill. Dabei spekuliere das Team aus dem Hunsrück auf die so genannten zweiten Bälle und habe in Max Wilschrey einen wuchtigen und gefährlichen Mittelstürmer. Seine erste Partie hat Karbach gegen Diefflen 1:3 verloren. Pantano spricht von einem etablierten Oberligisten. Der FC spielt seit 2016 in der Oberliga und hat gegen die Arminia mit je drei Siegen und Niederlagen sowie zwei Unentschieden eine ausgeglichene Bilanz. „Wir müssen das Spiel machen“, glaubt der 31-Jährige. Das kennt er ja von der Polizei-Europameisterschaft.