Ludwigshafen Handball: Löwen zu lange auf Wolke sieben

Mannheim. Das war haarscharf. Während der THW Kiel im Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel seine Aufgabe beim Bergischen HC am Samstag mit zwölf Toren Vorsprung erledigte, mühten sich die Rhein-Neckar-Löwen zu einem 35:34 (16:16)-Sieg gegen den TBV Lemgo. Eine Niederlage war drin.
Am Ende der ersten Halbzeit eingewechselt, am Ende der zweiten Halbzeit gekommen, zwei Bälle gehalten – und doch irgendwie auch der Matchwinner. Der zweite Torhüter Bastian Rutschmann hatte einen großen Anteil an dem Heimsieg der Löwen. „Bei den wenigen Paraden, die wir hatten“, sinnierte Rutschmann, als er auf den Wurf von Max Höning angesprochen wurde, den er mit den Fingerspitzen gerade noch so an den Pfosten lenkte. Da stand es 33:32, Andy Schmid machte Sekunden später alles klar. Rutschmann löste Niklas Landin ab, der kaum einen Ball hielt, aber auch Pech hatte: An neun, zehn Bällen war er dran, sie rutschten aber noch hinter die Linie. „Es soll keine Entschuldigung sein, aber die Schützen waren schwer zu sehen. Wir hatten diesmal keinen Abwehrverbund“, meinte Rutschmann, er kam vor der Saison von HBW Balingen-Weilstetten zurück zu den Löwen. „Es ist gerade noch einmal gut gegangen“, sagte er. Tim Suton, Tim Hornke, Timm Schneider machten den Löwen das Leben schwer. „Das passiert, wenn man zu viel auf der Wolke rumfliegt und nicht runter kommt“, meinte Trainer Nikolaj Jacobsen und spielte auf der glorreichen Auswärtssieg am Mittwoch beim Mitfavoriten SG Flensburg-Handewitt an. Obgleich er gewarnt hat, wurde der TBV Lemgo doch ein wenig unterschätzt. Bei den nun kommenden Aufgaben wird das nicht passieren, bekräftige Jacobsen. Erstmals nach der Länderspielpause ist wieder geregelter Trainingsbetrieb. Am Donnerstag (19 Uhr, Harres St. Leon-Rot) gastiert RK Celje in der Champions League, zwei Tage später steht das Bundesliga-Spiel bei MT Melsungen an (19 Uhr). „Bis dahin kriegen wir wieder die Abläufe rein“, betonte Jacobsen. (öpf)