Leute in Lu RHEINPFALZ Plus Artikel Gunther Piller übernimmt die Regie an der Hochschule

Im vergangenen Jahr hat die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in der Ernst-Boehe-Straße ihr 50. Jubiläum gefeiert.
Im vergangenen Jahr hat die Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in der Ernst-Boehe-Straße ihr 50. Jubiläum gefeiert.

Stabwechsel an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen: Nach zwölf Jahren räumt Peter Mudra das Büro des Präsidenten. Sein Nachfolger Gunther Piller übernimmt in wenigen Wochen die Regie. Der theoretische Physiker und Wirtschaftsinformatiker ist ein Pfälzer mit Wurzeln im Süden.

„Wie Sie hören, komme ich aus Bayern“, sagt Gunther Piller lächelnd. Dabei muss man tatsächlich schon sehr genau hinhören, um die Herkunft des schlanken Hünen mit der markanten Brille an der Sprache zu erraten. Sein niederbayerischer Akzent ist alles andere als donnernd, der neue Mann an der Spitze der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft schlägt eher leise Töne an und formuliert seine Sätze ruhig und gut überlegt.

Der Senat der Hochschule Ludwigshafen hat den bisherigen Dekan des Fachbereichs Wirtschaft an der Hochschule Mainz in seiner Sitzung vom vergangenen Oktober zum Nachfolger von Peter Mudra gewählt, der das Amt zwölf Jahre lang bekleidet und sich nach zwei Amtszeiten nicht erneut darum beworben hatte. Der promovierte und habilitierte theoretische Physiker und Wirtschaftsinformatiker bekommt am 15. März in Mainz seine Ernennungsurkunde und wird eine Woche später die Arbeit im obersten Stockwerk des Hochschulgebäudes aufnehmen. Derzeit denkt er noch über die Einrichtung seines neuen Büros nach. „Vielleicht frage ich mal im Wilhelm-Hack-Museum nach, ob ich dort Bilder ausleihen kann“, überlegt er schmunzelnd.

Kulturelle Ausflüge in den Pfalzbau

Ludwigshafen und die Pfalz sind Gunther Piller bestens vertraut. Denn der 58-Jährige ist schon seit bald 20 Jahren mit seiner Frau und seiner mittlerweile erwachsenen Tochter (25) in Speyer zu Hause. Die Familie fühlt sich in der kleinen Domstadt so wohl, dass ein Wechsel nach Mainz keine Option war, als der Ehemann und Vater im Jahr 2008 vom Softwareriesen SAP, wo er im Produktmanagement tätig war, an die Hochschule Mainz gewechselt ist. „Speyer hat eine schöne Größe, und es ist eine familienfreundliche Stadt“, schwärmt er. Auch Kinder könnten dort alle Ziele wie zum Beispiel Schulen und Vereine gut mit dem Fahrrad erreichen.

Aber auch Ausflüge nach Ludwigshafen unternimmt der Hochschulpräsident nicht erst seit Neuestem. Vielmehr schätzen die Eheleute Piller schon seit vielen Jahren das kulturelle Angebot in der Chemiestadt: den Pfalzbau und die dortigen modernen Ballettaufführungen ebenso wie Konzerte in der Philharmonie und das Filmfestival auf der Parkinsel. Über Ludwigshafen sagt Gunther Piller zudem: „Es ist eine Stadt mit einer hohen Diversität.“ Das gelte vor allem in kulinarischer Hinsicht, hier könne man vieles entdecken.

2,5 Millionen Euro für die Forschung eingeworben

Aufgewachsen ist der neue Hochschulpräsident gar nicht großstädtisch, sondern in einem kleinen Ort im Bayerischen Wald in der Nähe von Straubing. In Regensburg und Colorado/USA studierte er Physik und wurde für eine Arbeit über Theoretische Kern-Teilchen-Physik mit dem Doktortitel belohnt. Dann folgten eine Habilitation an der Technischen Universität München und acht Jahre in der Wirtschaft bei SAP, bevor Piller dem Ruf an die Hochschule Mainz als Professor für Wirtschaftsinformatik folgte. Hier war er zuletzt Dekan des Fachbereichs Wirtschaft mit 70 Professoren, 220 Mitarbeitern und 3300 Studenten.

In den vergangenen fünf Jahren habe er in Mainz mehrere Forschungsprojekte geleitet und gemeinsam mit anderen Kollegen 2,5 Millionen Euro für die Forschung an der Hochschule eingeworben, spricht Piller ein Thema an, auf das er auch in seiner neuen Funktion großen Wert legt: die Förderung und Weiterentwicklung der Forschung und des Transfers. Dies sei wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit der Hochschule, ist der neue Präsident überzeugt. Diese soll ein Kooperationspartner für Wirtschaft und Gesellschaft sein.

Auch ist es dem Speyerer sehr wichtig, neue hochqualifizierte Professoren für die Hochschule zu gewinnen und bestens qualifizierte Hochschulabsolventen mit einem klaren Profil auszurüsten. Wie schon sein Vorgänger will Gunther Piller die Hochschule noch stärker gut in der Stadt Ludwigshafen verankern und vernetzen.

Wechselt von der Hochschule Mainz nach Ludwigshafen: Gunther Piller.
Wechselt von der Hochschule Mainz nach Ludwigshafen: Gunther Piller.
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