Handball
Getrübte Wiedersehensfreude für die Eulen-Spieler
Da strahlten sie. Als Sebastian Trost aus der Mannschaftskabine der Werner-Aßmannn-Halle kam und sich in die Halle begab, da lief ihm Jannis Schneibel ihm über den Weg. Es war ein Wiedersehen der besonderen Art. Sie nahmen sich in den Arm, lächelten, redeten einige Minuten, ehe das Aufwärmprogramm der beiden Teams vor der Partie anstand. Schneibel, der Spielmacher beim ThSV Eisenach und Trost, der Hoffnungsträger der Eulen, sind Freunde, seit sie bei den Junglöwen in Kronau am Ball waren. „Ich habe mich auch sehr gefreut, ihn wiederzusehen. Wir hatten uns in Kronau immer sehr gut verstanden“, sagt Trost.
Dazu traf der 22-jährige Schneibel aus Hochdorf-Assenheim auch auf seinen früheren Trainer. Michel Abt hatte ihm damals keinen Stein in den Weg für einen vorzeitigen Wechsel in die Zweite Liga gelegt. Schneibel ist unter Trainer Misha Kaufmann weiter gereift, dazu hat ihn der Verein in Sachen Marketing als Gesicht des Vereins auserkoren. Aber sportlich fehlten bisher nach den ersten beiden Spielen noch die gewünschten Ergebnisse. Mit jeweils einem Tor verloren die Thüringer im DHB-Pokal beim TV Hüttenberg und in der Liga beim TV Großwallstadt. „Wir hatten in diesen Spielen nicht die Torwartleistung und haben auch viele Bälle verworfen“, sagt Schneibel.
Erleichterung bei Schneibel über ersten ThSV-Sieg
Dafür war er am Samstagabend erleichtert, mit dem 28:23 (16:15)-Sieg gegen die Eulen Ludwigshafen die ersten beiden Punkte geholt zu haben. „Uns ist eine Riesenlast von den Schultern gefallen“, meint ThSV-Coach Misha Kaufmann. Dagegen war Schneibel mit seiner eigenen Leistung nicht zufrieden. „Ich habe weder im Eins gegen Eins noch bei den Rückraumwürfen als auch zum Kreis keinen Zugang gefunden“, sagt er.
Dagegen machte es Trost besser, er suchte immer wieder die Lücke zum gegnerischen Tor und traf aus acht Versuchen vier Mal. „Wir hatten es in der ersten Hälfte richtig gut gemacht, auch den Plan des Trainers gut umgesetzt. Leider haben wir zu viele Siebenmeter bekommen“, so Trost. Dabei haderte der 24-Jährige mit der Anfangsphase der zweiten Hälfte. „Da macht man zwei oder drei blöde Fehler und ist gleich mit fünf Toren hinten. Wir haben da alles versucht, waren aber auch nicht immer clever genug, um den Ausgleich zu erzwingen.“ Aus seiner Sicht sind es Kleinigkeiten, Ungenauigkeiten, die die Mannschaft abstellen muss.
Trost zeigte, was in ihm steckt, er ist hungrig, seinen nächsten Schritt zu gehen. Ein Hoffnungsträger, der den Eulen noch viel Freude bereiten kann, aber auch seine Zeit braucht. „Trotz der Niederlage sind wir auf einem guten Weg, ich bin weiterhin optimistisch. Wir werden auch in Potsdam nicht chancenlos sein. Wir werden da wieder alles reinwerfen“, so Trost gestern Nachmittag. „Sebi macht das unfassbar gut, er war der richtige Schritt in die Zweite Liga zu wechseln“, meint sein Freund Schneibel.
Klein wieder bester Eulen-Torschütze
Derweil war Jannek Klein mit sieben Treffern bei elf Versuchen erneut der erfolgreichste Torschütze der Eulen. Der gebürtige Rendsburger feierte ebenfalls ein Wiedersehen mit Johannes Jepsen. „Wir haben zwar vor dem Spiel nicht viel geredet, aber dafür danach umso ausgiebiger. Es ist schön, wenn man Kameraden aus der eigenen Jugend wieder trifft“, so Klein. Sie gehörten damals zum talentierten Nachwuchs der SG Flensburg-Handewitt. Erneut war der Linkshänder, der 60 Minuten durchspielte, einer der stärksten Akteure – und am Ende ein wenig enttäuscht.
„Der 0:4-Lauf nach der Pause war der Knackpunkt. Nach dem 15:16 zur Pause möchtest du den Ausgleich machen, das ging schief, da müssen wir cleverer werden“, sagt Klein. Acht Tore nach der Pause, das war viel zu wenig. „Schade, dass wir für uns für die starke erste Hälfte nicht belohnt haben. Es waren wieder einige Kleinigkeiten.“ Da fand auch er nicht mehr die Lücke. Dabei ist ihm vor den kommenden Aufgaben nicht bange. „Wir haben genug Selbstvertrauen, wir müssen weiter an uns arbeiten. Wir werden auch in Potsdam mit viel Leidenschaft ins Spiel gehen.“