Ludwigshafen
Geschäftsleute zu Dauerbaustelle Frankenthaler Straße: „Weiß nicht, wie lange ich das noch durchhalte“
Seit Juli wird in der Frankenthaler Straße in West parallel an der Kanalisation, den Straßenbahngleisen und an den Fernwärmeleitungen gearbeitet. Das Ende der Bauarbeiten wird sich um ein Jahr verzögern. Am Mittwoch hatte die Stadtverwaltung die Anwohner eingeladen, um über den Sachstand zu informieren. Bei dem Großprojekt sind außer den Wirtschaftsbetrieben Ludwigshafen (WBL) die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) und die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) involviert.
Gleisarbeiten erst ein Jahr später
Alle Anwohner waren bereits mit einem Schreiben über die Änderung informiert worden. Das war wohl der Grund, warum nur drei Bewohner zu dem Termin vor Ort gekommen waren. Wegen Störungen, die erst nach dem Aufgraben der Straße festgestellt werden konnten, ist die Kanalsanierung nicht im Zeitplan geblieben. Somit konnten auch die Gleisarbeiten nicht wie geplant ausgeführt werden. Die angepasste Planung sieht vor, dass die Straßenbahngleise in der Frankenthaler Straße erst im Sommer 2026 voll gesperrt werden, nicht, wie ursprünglich geplant, in diesem Sommer. Damit bleibt die Straße für Fahrzeuge in Richtung Oggersheim als Einbahnstraße befahrbar. Der Kanal wird auf einer Gesamtstrecke von mehr als einem Kilometer von der Kopernikusstraße bis zur Kreuzung Rohrlachstraße erneuert. „Er kann nur abschnittsweise gebaut werden, da er sich sehr nah am nördlichen Gleis befindet, teilweise sogar darunter. Die Straßenbahn befährt solange lediglich einseitig diese Stelle“, teilte die Stadtverwaltung mit.
Fernwärme im Zeitplan
„Die Verlegung der Fernwärmeleitung ist von der Zeitplanung nicht betroffen, wird somit wie geplant ausgeführt“, das bestätigte Klemens Dieringer von der TWL-Raummediaplanung. Ob die Fläche zum Haus für den Anschluss an die Fernwärmeleitung aufgegraben werden müsse, interessierte Martina Grimm, Inhaberin der Bildhauerei Thiele. „Das geht leider nicht anders“, bestätigte Dieringer, stellte aber klar, dass dabei keine weiteren Kosten für die Anwohner anfallen.
Zur Verschiebung des Fertigstellungstermins fand ein weiterer ansässiger Firmeninhaber deutliche Worte. „Ich weiß nicht, wie lange ich das noch durchhalte“, sagte Thorsten Wenzel, Inhaber von Blumen Kullmann. Die Kundenfrequenz sei deutlich geringer, da es an Hinweisschildern zur Erreichbarkeit mangele, monierte er. Die Möglichkeit, zu wenden, sei schlecht, zumal seine Klientel vom Friedhof häufig älter sei. Grimm stimmte dem zu. „Sie finden uns nicht“, hört sie häufig von ihren Kunden. „Ich biete ihnen an, sie abzuholen“, berichtet sie, „sofern sie nicht zu einem anderen Anbieter gehen“, stellt sie sarkastisch fest. Denn Grabgestaltung auswählen ginge nun mal nur vor Ort. Thomas Böhle, Abteilung Straßenerhalt, versprach Nachbesserung und notierte die vorgeschlagenen Kreuzungen, an denen Hinweise zur Erreichbarkeit der Gewerbebetriebe aufgestellt werden sollen.
Kanalbau bis Sommer 2026
Der Kanalbau im eingleisigen Bereich ist bis zu den Sommerferien 2026 vorgesehen, an der sogenannten Engelsmannkurve – auf Höhe der gleichnamigen Firma – und Kopernikusstraße wird mit den Arbeiten begonnen. „Er wird gleich an die Häuser angeschlossen, damit nicht zweimal geöffnet werden muss“, informierte Heike Kamenz, Bereichsleiterin Stadtentwicklung. „Auch bei umsichtiger Planung lassen sich unvorhersehbare Störungen und Verzögerungen nicht ausschließen“, wirbt die Stadtverwaltung um Verständnis.
Während der Sommerferien 2026 werden sowohl Gleise für die nördliche Fahrspur im Abschnitt Rohrlachstraße bis Pettenkoferstraße, als auch der südliche Gleiskörper im Bereich der Engelsmannkurve und der Kopernikusstraße gebaut. Der Kanal entlang der nördlichen Fahrbahn soll bis zu den Sommerferien 2027 fertiggestellt sein. Im gleichen Jahr während der Sommerferien kann der nördliche Gleiskörper in diesem Bereich für den zweigleisigen Bahnbetrieb wieder hergestellt werden. Mit dem Kanal geht es danach zwischen Engelsmannkurve und Kopernikusstraße weiter.