Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Gesamtschule Oggersheim: Sanierung verzögert sich um mindestens ein Jahr

Seit dem Frühjahr 2019 wird die Gesamtschule in Oggersheim saniert. Aber das Projekt ist ins Stocken geraten.
Seit dem Frühjahr 2019 wird die Gesamtschule in Oggersheim saniert. Aber das Projekt ist ins Stocken geraten.

Weil bei Bauarbeiten auf dem Schulhof der Oggersheimer Schillerschule Gräber entdeckt wurden, verzögert sich nicht nur die Erweiterung der Grundschule. Auch die Brandschutzsanierung an der Integrierten Gesamtschule Ernst Bloch am anderen Ende des Stadtteils stockt.

Anfang März hatte die Stadtverwaltung darüber informiert, dass die Bauarbeiten am Außengelände der Schillerschule in Oggersheim vorübergehend unterbrochen worden seien. Der Grund: Bei Arbeiten im Schulhof seien bereits am 25. Januar menschliche Knochen gefunden worden. Der Fund stehe in Zusammenhang mit dem ehemaligen Oggersheimer Friedhof, der bis zum Jahr 1861/62 an der Stelle der heutigen Grundschule angelegt war. Vertreter der Landesarchäologie bei der Generaldirektion kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz aus Speyer seien vor Ort gewesen, berichtete die Verwaltung. Die Fundstelle liege unter einem Ende 2023 im Zuge der Neugestaltung des Schulhofs abgerissenen Gebäude und umfasst nach Erkenntnissen der Landesarchäologie rund 60 Gräber.

Die Grundschule Schillerschule wird derzeit für rund 14 Millionen Euro saniert und erweitert. Die Schüler werden wegen der laufenden Bauarbeiten seit rund einem Jahr in einem Ausweichquartier an der Gesamtschule Ernst Bloch (Igslo) unterrichtet. Dort sollen sie wegen des Gräberfunds nun voraussichtlich auch noch bis zum Sommer 2025 bleiben. Das hat zur Folge, dass der nächste Abschnitt der Brandschutzsanierung an der Igslo sich um voraussichtlich ein Jahr verzögert, teilte die Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Schulträgerausschusses mit. Auf 22,6 Millionen Euro war die Igslo-Sanierung Ende 2015 geschätzt worden. Eine aktuelle Kostenschätzung lässt auf sich warten.

Rupprecht-Schule wird erweitert

Der aktuelle Bauinvestitionsfahrplan „Bauen für Bildung“ für ganz Ludwigshafen liegt nun sowohl für die Bereiche Schulen wie für die Kindertagesstätten vor. Vorgestellt wurde im Schulträgerausschuss ebenso eine Priorisierungsliste des Fahrplans für die Schulen. Ganz oben rangiert die Rupprecht-Grundschule in Friesenheim. Da auf dem Grundstück der Schule keine Erweiterungsmöglichkeit bestehen, sollen dafür die Standorte der Albert-Einstein-Schule in der Leuschner- und der Sternstraße geprüft werden, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Für Umbau und Erweiterung auf dem Grundstück Leuschnerstraße geht die Verwaltung von Kosten von 2,7 Millionen Euro aus, für ein Provisorium am Standort Sternstraße von 2,5 Millionen Euro.

Auf Platz zwei der Liste rangiert die Flächenprüfung für die Pavillonanlage Ludwig-Bertram im Westend für die provisorische Erweiterung der Georgens-Förderschule mit Standort in Oggersheim sowie die Schaffung von Möglichkeiten für die Mittagsverpflegung der Erich-Kästner-Grundschule im Rahmen der Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/27. Hier werden bei einem Flächenbedarf von 2400 Quadratmetern Schätzkosten von 14,4 Millionen Euro genannt.

Neue Grundschule in West

Den dritten Platz der Liste teilen sich die Erweiterung der Adolf-Diesterweg-Realschule plus in Oggersheim (6,24 Millionen Euro) mit der Hochfeld-Grundschule Gartenstadt, wo eine Umnutzung und der Umbau der Kellerräume für die Schulkind-Betreuung anstehen (780.000 Euro). Auf den folgenden Plätzen stehen eine Grundschule für die neue Heinrich-Pesch-Siedlung und der Neubau der weiterführenden Schule in der Entwicklungsachse City West. Für Bedarfe an verschiedenen Schulstandorten sorgt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/27.

Mit einstimmigem Beschluss hat der Schulträgerausschuss die Beauftragung der Service-Dienstleistung „Bestell- und Abrechnungs-System“ der Mittagsverpflegung an Ludwigshafener Schulen in den Schuljahren 2024/2025 und 2025/2026 an ein Hamburger Unternehmen vergeben. Es geht hier um täglich bis zu 1800 Essen für alle Schulen in Trägerschaft der Stadt.

Ebenfalls einstimmig beschloss der Ausschuss eine Vereinbarung über die Kostenbeteiligung an der Schülerbeförderung mit dem Kreis Bad Dürkheim. Vergleichbare Vereinbarungen bestehen bereits mit den Städten Frankenthal, Speyer und Worms sowie dem Rhein-Pfalz-Kreis.

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