Rückblick 2023 RHEINPFALZ Plus Artikel Gemeinsamkeit der Eulen und des FC Arminia Ludwigshafen

Wohin geht es für die Eulen? Cotrainer Andrej Kogut (links) und Coach Johannes Wohlrab haben Gesprächsbedarf.
Wohin geht es für die Eulen? Cotrainer Andrej Kogut (links) und Coach Johannes Wohlrab haben Gesprächsbedarf.

Nicht nur das Leben ist manchmal ein stetiges Auf und Ab. Auch der Sport kennt solche Geschichten. Die Eulen Ludwigshafen und der FC Arminia Ludwigshafen haben da so ihre Erfahrungen. Andere üben sich derweil im Verzicht.

Die Eule ist ein eher scheues Tier. Sie gilt als weise und steht in einigen Kulturen für positive Eigenschaften. Also eher ein ruhiger Zeitgenosse. Im Handball steht das Tier für die Eulen Ludwigshafen, die mit 2023 dagegen ein eher turbulentes Jahr hinter sich gebracht haben. Die Rückrunden-Talfahrt in der Zweiten Liga, die nicht ganz geräuschlose Trennung vom erfolgreichen Trainer Michel Abt und die Ankunft seines Nachfolgers Johannes Wohlrab zeigen, was in diesem Jahr das große Problem der Eulen war: die Konstanz. Denn auch unter dem neuen Übungsleiter wechselten sich Licht und Schatten ab, folgten auf optimistisch stimmende Auftritte gegen vermeintliche Aufstiegskandidaten niederschmetternde Leistungen gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenregion. Verletzungsbedingte Ausfälle taten ihr Übriges dazu, dass die Friesenheimer im Tabellenmittelfeld stehen. Daher wäre es wohl ein Anliegen der treuen Eulenanhänger, die immer zahlreich zu den Partien in der Ludwigshafener Eberthalle pilgern, dass die Mannschaft sich findet und dem Abstiegskampf in der Zweiten Bundesliga möglichst fernbleibt.

Gut gegen Spitzenteams

Wenn es um fehlende Konstanz geht, ist der nächste Kandidat – wenn auch in einer anderen Sportart – nicht weit. Der FC Arminia Ludwigshafen brauchte einige Zeit, um sich an die Abstiegsrunde in der Fußball-Oberligasaison 2022/2023 zu gewöhnen, stand aber am Ende dort an der Tabellenspitze. Allerdings ist in der aktuellen Runde immer noch keine Konstanz eingekehrt. Und hier sind die Schwarz-Weißen wie die Eulen: Gegen Spitzenteams gelingt es ihnen immer wieder, ihre Qualität unter Beweis zu stellen. Dagegen sieht es gegen Kellerkinder und vermeintliche Außenseiter eher schwierig aus. Nicht nur Arminia-Trainer Andreas Brill wünscht sich, dass die Mannschaft langsam in ruhige Fahrgewässer einbiegt. Die Abstiegsgestade liegen aktuell nämlich gar nicht so weit entfernt.

Hammerwerferin Samantha Borutta aus Mutterstadt blieb dagegen konstant und verteidigte wieder ihren Titel als deutsche Meisterin in Kassel mit der Weite von 68,12 Metern. Es war ihre dritte deutsche Meisterschaft in Folge. Ihr Augenmerk gilt jedoch der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Paris.

Verzicht auf Bundesliga

Ohne Punktverlust wurde der BASF TC Ludwigshafen im August Meister in der Zweiten Tennis-Bundesliga. Damit hatte sich der Klub nach 2021 zum zweiten Mal für eine Saison in der Bundesliga qualifiziert. Doch es wird vorerst kein zweites Mal in der deutschen Eliteliga geben. Der BASF TC Ludwigshafen verzichtet auf einen Aufstieg. „Das war keine einfache Entscheidung, aber wir haben aktuell überall steigende Kosten und für uns als Klub eine gewisse Unsicherheit, was Einnahmen angeht. Daher blieb uns als Klub keine andere Wahl, als einen Konsolidierungskurs einzuschlagen“, sagt BASF-TC-Präsident Frank Stauder.

Denis Gremelmayr, Cheftrainer der Zweitliga-Meistermannschaft, wurde vom Verzicht überrascht. „Als aber alle Fakten auf dem Tisch lagen, ist es eine klare und nachvollziehbare Entscheidung“, sagt die frühere Nummer 58 der Welt. Er ist schon dabei, das neue Team für 2024 zusammenzustellen. Er wird nicht alle Profis halten können, sagt er. Aber Gremelmayr ist zuversichtlich, dass viele bekannte Gesichter für den BASF TC aufschlagen werden. Spieler, die das Ziel haben, unter die Top 100 der Welt zu kommen.

Seilnacht sagt Servus

Der ABC Ludwigshafen feiert 2023 sein 60-jähriges Bestehen, der dazugehörige Freundeskreis wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Eine Festschrift erinnert an die sportlichen Größen des Leichtathletikvereins. Aber es gibt auch Abschiede: Der langjährige Trainer Fritz Seilnacht hat im Sommer ganz leise Servus gesagt. Viele große Leichtathletiktalente hat er im ABC Ludwigshafen unter seine Fittiche genommen und sie zu erfolgreichen Athleten geformt.

Auf der Radrennbahn in Friesenheim tut sich aktuell etwas: Bald gehen abends die Lichter an. Denn auf der 333 Meter langen Zementpiste wird eine LED-Anlage montiert, sodass demnächst Training und Rennen am Abend möglich sind.

Das Rendezvous der Besten des Pfälzer Turnerbundes (PTB) ist wieder in sein „Wohnzimmer“ zurückgekehrt. In der Eberthalle wird den vielen Amateursportlern eine würdige Bühne für ihre tollen Auftritte ermöglicht. Ende November führte PTB-Präsident, der Ludwigshafener Walter Benz, launisch-lustig bei seinem Heimspiel durch einen bunten und fröhlichen Abend.

Viel Freude soll dem Gewichtheber-Bundesligisten AC Mutterstadt Yekta Jamali bringen. Die Athletin floh im Alter von 17 und schloss sich über Umwege dem ACM an. Sie ließ Familie und Freunde im Iran und hofft, dass die iranische Staatsmacht ihrer Familie nichts antut – und sie selbst in Freiheit leben kann.

Mit dem Polizeiteam Europameister, mit der Arminia im Wechselbad der Gefühle: FCA-Kapitän Nico Pantano.
Mit dem Polizeiteam Europameister, mit der Arminia im Wechselbad der Gefühle: FCA-Kapitän Nico Pantano.
Den Hammer fest im Griff und Olympia im Blick: Samantha Borutta aus Mutterstadt.
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