Ludwigshafen Gehemmt vom Gebrüll

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Mainz (scht). Eine gute erste Halbzeit, eine schlechte zweite Halbzeit. In Summe hat das für den Fußball-Oberligisten Arminia Ludwigshafen eine 2:5 (2:0)-Niederlage bei Schott Mainz ergeben.

So ein Kompliment bekommt man nicht alle Tage. „Du hast so eine geile Truppe“, rief Schotts Übungsleiter Ali Cakici Thomas Fichtner zu. „Und du hast sie durcheinander gebrüllt“, gab der Trainer des FC Arminia Ludwigshafen nur mäßig euphorisiert zurück. Doch Cakici setzte zu einer Lobeshymne über die Ludwigshafener Spielphilosophie an, über einen schlüssigen, sehr aktiven Spielaufbau. „Genau das ist Fußball“, freute sich Cakici über einen Gegner, der ihm vor allem mit seiner mangelhaften Defensivleistung Freude bereitete. Denn so gefällig sich die Arminen in einem außergewöhnlich attraktiven Oberliga-Fußballspiel nach vorne kombinierten, so freigiebig waren sie in der eigenen Defensive. „Wir haben nach dem Seitenwechsel total die Ordnung verloren und überhaupt kein Zweikampfverhalten mehr gezeigt“, ärgert sich Fichtner: „Die erste Halbzeit war in Ordnung, aber danach war das gar nichts mehr. Da haben wir den Faden verloren, weil der Mainzer Trainer seine Mannschaft ständig gepusht hat. Davon haben wir uns beeindrucken lassen.“ In der Tat entfachte Cakici einen 45-minütigen, lautstarken Motivationsorkan und schrie seine Mannschaft ohne Unterbrechung nach vorne. Srdjan Baljak, der nach einem Freistoß eine Kopfballvorlage von Kapitän Marco Senftleben verwertete (51.), traf zum 1:2. Nach Serdal Günes` Flanke legte Arminia-Verteidiger Steffen Burkhard mit einem Stockfehler den Ball für Igor Heizmann vor (67.). Die Mainzer Führung war geschafft, als nach einer Ludwigshafener Ecke Baljak über links startete und präzise in der Mitte Can Özer bediente (70.). „Die drei Tore waren Geschenke“, ärgert sich Fichtner. Damit war die gelungene erste Halbzeit der Gäste Makulatur geworden. Daisuke Ando hatte den Ball im Strafraum zu Daniel Eppel gelupft, der vollstreckte (12.). Nico Pantano ließ nach einem Freistoß die gute Kopfballchance zum 2:0 aus (35.), ehe Ando es besser machte: Einen langen Schlag in die Spitze legte der Mittelstürmer mit dem Oberschenkel am Gegenspieler vorbei und lupfte die Kugel dann volley über den verdutzten TSV-Torhüter Patrick Manthe hinweg (41.). So schön das 2:0 war, so sehr stellte es den Spielverlauf auf den Kopf. Denn die Mainzer hatten auch in Durchgang eins Chancen in Hülle und Fülle. Özer nach Patrick Huths Querpass (81.) und Edis Sinanovic nach Özer-Zuspiel (86.) schraubten das Ergebnis auf 5:2. „Es ist nicht das erste Mal, dass wir nach einem Rückstand auseinanderbrechen“, betonte Fichtner, „das geht so nicht“. Allen Lobeshymnen zum Trotz.

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