Ludwigshafen Gedenken an Pogromopfer: Aktion „Stolpersteine putzen“

368 Stolpersteine gibt es in der Stadt.
368 Stolpersteine gibt es in der Stadt.

Unzählige jüdische Mitbürger wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 Opfer des nationalsozialistischen Terrors. In Gedenken an diese schrecklichen Ereignisse und zur Ehrung der Opfer ruft der Verein „Ludwigshafen setzt Stolpersteine“ alle Bürger sowie Schüler dazu auf, die 368 Stolpersteine in unserer Stadt zu putzen.

Stolpersteine sind kleine, im Boden verlegte Gedenktafeln, die an das Schicksal von Menschen erinnern, die während der NS-Zeit verfolgt, deportiert oder ermordet wurden. Jeder Stein trägt den Namen und die Lebensdaten eines Opfers und ist ein mahnendes Zeichen gegen das Vergessen.

Die Aktion „Erinnerung aufpolieren – Stolpersteine putzen“ soll nicht nur der Pflege der Gedenksteine dienen, sondern auch das Bewusstsein für die Geschichte und die Schicksale der Opfer schärfen, teilt der Verein „Ludwigshafen setzt Stolpersteine“ mit. Auf der Homepage www.ludwigshafen-setzt-stolpersteine.de gibt es weitere Informationen zu den Stolpersteinen und den Menschen, an die sie erinnern.

Der Verein bittet alle Teilnehmer, Vorher-Nachher-Fotos der geputzten Stolpersteine zu machen und diese im gesamten Monat November per E-Mail an info@lu-stolpersteine.de zu senden. Diese Bilder werden auf der Webseite des Vereins veröffentlicht, um das Engagement der Ludwigshafener Bevölkerung zu zeigen und das Bewusstsein für die Bedeutung der Stolpersteine zu stärken und damit die Erinnerung an die Gräueltaten der NS-Zeit wachzuhalten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Zur Sache: Gedenken an Opfer der Pogromnacht in Ruchheim

Die Protestantische Kirchengemeinde Ruchheim lädt anlässlich des Jahrestags der Reichspogromnacht zu einer Gedenkandacht ein. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 10. November, um 17 Uhr in der ehemaligen Synagoge von Ruchheim statt, dem heutigen Protestantischen Gemeindehaus in der Fußgönheimer Straße 52. Die Andacht wird von Prädikant Siegfried Gleich geleitet. Sie erinnert an die Opfer der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938. In dieser Nacht wurden Synagogen und jüdische Geschäfte im gesamten Deutschen Reich zerstört und jüdische Bürgerinnen und Bürger grausam verfolgt. Die Gedenkandacht soll das Bewusstsein für dieses düstere Kapitel der Geschichte wachhalten und zum Nachdenken und Gedenken anregen. Die Kirchengemeinde bittet alle männlichen Teilnehmer, eine Kopfbedeckung als Zeichen des Respekts zu tragen.

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