Ludwigshafen Flüchtlinge und Liebestolle

„Theater macht Schule“ heißt es vom 15. bis 25. Juni in Ludwigshafen, Bei der 22. Schultheaterwoche sind elf Theatergruppen mit ihren aktuellen Inszenierungen und Projekten dabei. Vom Grundschulkind bis zum Berufsschüler sind wieder alle Altersgruppen und Schultypen vertreten. Gestern ist das Programm vorgestellt worden.
Die drei beteiligten Gymnasien setzen sich, wie es sich für den humanistischen Anspruch gehört, mit klassischen Themen der Weltliteratur auseinander. Das Max-Planck-Gymnasium ist mit der Nibelungen-Parodie „Siegfried: nie – gelungen“ am Start. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium spielt Gogols Komödie „Der Revisor“. Und das Wilhelm-von-Humboldt-Gymnasium zeigt die Eigenproduktion „Liebes-Spiele“, deren Plot sehr entfernt an Shakespeares „Sommernachtstraum“ denken lässt. Vier freie Jugendeinrichtungen bringen in eigenen Projekten Gegenwartsthemen auf die Bühne. So eröffnet die Theatergruppe des Ernst-Kern-Hauses Oppau die Schultheaterwoche mit der Eigenproduktion „Out – Helden“, die spielerisch und musikalisch Helden des Alltags auf die Bühne holt und nach Solidarität in der Gesellschaft fragt. Auch die berufsbildende Schule BBS Technik setzt sich sozialkritisch mit aktuellen Gesellschaftsthemen auseinander. Die vorwiegend aus männlichen Jugendlichen bestehende Theatergruppe hat eine Reportage über syrische Flüchtlinge und eigene biografische Erfahrungen zu dem Stück „Flucht über das Meer“ verarbeitet. Die Kinder- und Jugendfreizeitstätte Ruchheim arbeitet zum Thema Mobbing und zeigt „Die Neue“. Und das Jugendtheater AdRem stellt ein Objekt in den Bühnenmittelpunkt: „Der Tisch“ bringt senile Großväter, überfürsorgliche Mütter oder merkwürdige Liebhaber miteinander ins Spiel. Auch für Kinder gibt es bei der Schultheaterwoche genug zu sehen. Dafür sorgen die Schule an der Blies, eine Förderschule, mit „Michels Unfug 325“, der eigenen Version einer „Michel aus Lönneberga“-Geschichte, die Schultagesstätte der Grimmburg mit „Die Stunkies“ und die Grundschule Mozartschule mit „Das Schulkrokodil“. „Es ist das Ziel der Schultheaterwoche, die wertvolle Arbeit, die Theaterpädagogen und Spielgruppenleiter ganzjährig mit Kindern und Jugendlichen leisten, auch außerhalb der Schulen zu zeigen und zu fördern“, sagte Dietrich Skibelski, Fachbereichsleiter Kultur der Stadt. Ihm ist es ein Anliegen, die Tradition dieser Veranstaltung auch in Zukunft fortzusetzen. Sabine Sahling vom Kulturbüro bekräftigte: „Unsere Schultheaterwoche ist für alle da. Jede Gruppe kann zeigen, was sie kann, auch wenn es nur für eine Werkschau reicht.“ Aus langjähriger Erfahrung weiß sie, dass in der Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen auch „Der Weg das Ziel“ ist. Froh ist sie, dass diesmal alle teilnehmenden Gruppen eine eigene Inszenierung auf die Bühne bringen. Die Gruppen bekommen eine Aufwandsentschädigung für ihre Vorstellung und können in den Endproben ein Coaching von Theaterfachleuten in Anspruch nehmen. Die Kosten für die Schultheaterwoche übernimmt zu zwei Dritteln die Stadt Ludwigshafen und zu einem Drittel seit 15 Jahren die TWL als Sponsor. Noch Fragen? Von insgesamt 15 Vorstellungen finden acht an den Schulen statt, sieben im Kulturzentrum Haus. Karten für Gruppen per E-Mail an sabine.sahling@ludwigshafen.de. Einzelkarten an der Tageskasse. Das Programm der Schultheaterwoche liegt in allen Schulen und Kultureinrichtungen, beim Bürgerservice im Rathaus und der Tourist-Info am Berliner Platz aus.