Ludwigshafen Fetzige Spaßmusik

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Frank Zappa hätte sicher seine Freude an den 17 Hippies. Die Berliner Band spielte sein „Peaches en Regalia“ in der Alten Feuerwache. „Wir wollten Stücke spielen, die man eigentlich nicht mit uns assoziiert“, erklärte dazu einer der Musiker. Aber am Ende kam dann doch wieder eine wilde Mischung aus Akustik-Folk-Polka-Ethno heraus, nämlich extrem fetzige Spaßmusik.

Es sind keine 17 Musiker, sondern nur zwölf. Und Hippies sind auf den ersten Blick auch nicht alle. Ihre Instrumente funktionieren auch bei Stromausfall. Im Grunde steht da eine Big Band der etwas anderen Art auf der Bühne. Ihre Musik ist eine Reflexion des modernen Europa: Vom Balkan bis zur Bretagne greifen die Hippies Themen, Stile und Instrumente auf und machen daraus etwas Neues. „Biester“ heißt das neue Album, und Cover und Tourplakat zeigen Fabelwesen, die sich aus Köpfen, Armen, Beinen, Flügeln, Flossen und anderen Teilen realer Tiere zusammensetzen. Als Symbolbild ihrer Musik ist das sehr gelungen. In der Feuerwache hörten wir unter anderem französisch klingende Chansons, ein spanisches Karnevalslied, einen mexikanischen Tanz, Balkan-Polka und Kinderlieder und -geschichten. Das Schöne an den Hippies ist, dass ihre Musik weder wahllos zusammengewürfelt, noch eklektisches Rosinenpicken ist. Stattdessen gibt es ein Genres und Grenzen überschreitendes gemeinsames Verständnis der Musiker, das ihr Sound widerspiegelt. Gefunden haben sich die 17 Hippies vor 18 Jahren in Berlin. Dort tobte der Bär, als nach dem Fall des Eisernen Vorhangs Musiker aus dem Osten Europas eintrafen. Die Gründer, Carsten Wegener, Christopher Blenkinsop, Kristin „Kiki“ Sauer und Reinhard „Koma“ Lüderitz waren davon fasziniert. Sie selbst hatten schon als Musiker die Welt bereist und sich dabei für die traditionellen Klänge verschiedener Länder und Kulturen besonders interessiert. Schnell stoßen zu den Gründern weitere Musiker hinzu. Es heißt, die einzige Bedingung sei gewesen, dass jeder ein anderes Instrument spiele. So sieht es auch heute noch auf der Bühne aus: Geige, Posaune, Akkordeon, Ukulele, Gitarre, Flöte, Hackbrett und vieles mehr findet sich dort. Und weil viele der Musiker mehrere Instrumente beherrschen, findet sich fast alles, was tutet, zupft und zirpt auf der Bühne. Wie in Mannheim zu hören war, entsteht dabei manchmal ein regelrechter „Wall of Sound“, ein mächtiger Gesamtklang. Zusammen mit den oft schnellen Rhythmen wirkt das mitreißend und packend. Aber leisere Klänge sind zumindest kurzfristig nicht ausgeschlossen. Nachdem durch fleißiges Auftreten die Band schnell viele Fans hatte, waren die Hippies international unterwegs. Für ihr erstes Album gründeten sie ein eigenes Label. Ihre Bekanntheit bekam in Deutschland einen weiteren Schub, als sie 2001 den Soundtrack zu dem Film „Halbe Treppe“ beisteuerten. Inzwischen gibt es 13 Alben in Deutschland und weitere in Frankreich. Die 17 Hippies sind inzwischen ein Musikerkollektiv geworden, das auch Nebenprojekte realisiert. Eines davon sind die Hippies für Kinder. Aus der 2013 erschienenen CD für Kinder spielten die Hippies drei amüsante erzählende Stücke. Auch diese Sachen sind so gut gelungen, dass nicht nur Kinder daran ihre helle Freude haben.

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