Fussball
Für Dominik Martinovic hat sich beim SV Waldhof ganz schnell viel geändert
Mannheim. Manchmal geht es eben ganz schnell. Ein paar Tage vor dem Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken hatte Dominik Martinovic noch eingeräumt, dass er seine Ausbeute steigern muss. „Es wäre mehr möglich gewesen“, sagte der Stürmer des SV Waldhof mit Blick auf die eigene Bilanz. Zwar hatte er bis zur Partie am Samstag mit vier Toren und vier direkten Torvorlagen nach elf Partien eine ordentliche Bilanz, gleichzeitig aber auch einige Großchancen liegenlassen. In manchen Situationen fehlte ganz einfach die Abgeklärtheit – und vielleicht fehlte auch das Glück, um noch bessere Statistiken zu haben.
Im Fußball ändern sich die Dinge mitunter innerhalb von 90 Minuten, und deshalb muss sich Martinovic seit Samstagnachmittag über fehlende Effektivität vorerst keine Gedanken mehr machen. Im Duell gegen den Spitzenreiter lieferte er eine Leistung ab, die wohl selbst dem „Bomber der Nation“ Gerd Müller Respekt abverlangt hätte. Beim 4:1-Sieg erzielte er zwei Tore selbst und legte einen weiteren Treffer gekonnt auf. Effektiver wie der 23-Jährige im Südwest-Klassiker kann ein Angreifer kaum auftreten.
Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Fleck
In der 24. Minute zeigte er zum ersten Mal eine Eigenschaft, die Stürmer haben müssen, um in der Bewertung gut wegzukommen: Er stand zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Fleck. Bei einer unglücklichen Abwehraktion spielte der Saarbrücker Manuel Zeitz den Ball genau vor die Füße des Waldhöfers, und der schoss die Kugel mit links kompromisslos zum 1:1 ins Netz. In der zweiten Halbzeit gab es eine ähnliche Situation, als Martinovic ein gutes Gespür nach einem Schuss von Teamkollege Gerrit Gohlke bewies: FCS-Keeper Daniel Batz konnten den Schuss nicht festhalten, und der Waldhof-Angreifer staubte aus kurzer Distanz zum 3:1 ab. Mit einem klugen Rückpass auf Marcel Costly, der ein paar Minuten vor Schluss zum 4:1 traf, bereitete Martinovic zudem einen weiteren Treffer vor.
„Wir haben uns in der Halbzeit eingeschworen und gesagt, dass nur eine Mannschaft den Platz als Sieger verlässt“, erklärte Martinovic nach der Partie und lenkte die Aufmerksamkeit damit ein bisschen von sich und in Richtung des Teams ab. Der Sommer-Neuzugang verkörpert den mitspielenden Stürmer, der sich nicht nur über eigene Tore definiert, sondern sich ebenso darüber freuen kann, wenn er mit einem klugen Laufweg oder einer gelungenen Aktion Räume für seine Mitspieler schafft. Wenn zu seinem teamorientierten Spiel dann auch noch Effektivität kommt, gibt es in der Dritten Liga nur wenige Stürmer, die besser sind.
Früher beim VfB, FC Bayern und bei RB Leipzig
In Mannheim beginnt Martinovic gerade, das Potenzial zu entfalten, dass ihm viele schon früh vorhergesagt haben. Der gebürtige Stuttgarter wechselte deshalb aus der Nachwuchsabteilung des VfB erst zum FC Bayern München und später zu RB Leipzig, also zu zwei Topadressen im deutschen Fußball. Den Durchbruch schaffte er aber dort nicht und wechselte deshalb zunächst zum SV Wehen Wiesbaden und anschließend zur SG Sonnenhof Großaspach. Unweit von der Heimat absolvierte er in der vergangenen Saison 25 Drittligaspiele, in denen er so nachdrücklich auf sich aufmerksam machte, dass ihn die Mannheimer trotz des Abstiegs der SG verpflichteten.
„Die Mannschaft tut mir gut, es war der richtige Schritt, zum Waldhof zu kommen“, sagt Martinovic. Die Bilanz mit sechs Toren und fünf Vorlagen nach zwölf Spielen unterstützt die Aussage. Und wenn der Stürmer so effektiv wie beim Sieg gegen Saarbrücken bleibt, geht es vielleicht nicht nur für ihn, sondern auch für die Mannheimer weiter nach oben.