Limburgerhof
Eva Lax neue Leiterin der Gemeindebücherei Limburgerhof: Sie setzt auf Leseförderung
Als Nutzerin ist Eva Lax der Bibliothek in Limburgerhof bereits seit ihrem dritten Lebensjahr treu und freut sich, nun auch dort zu arbeiten. Schon seit einigen Monaten leitet Eva Lax die Gemeindebücherei Limburgerhof. Zum 1. Februar hat die 40-Jährige die Stelle angetreten, nachdem sie zuvor knapp ein Jahr lang die Stadtbücherei Schifferstadt geleitet hat. Um den Wechsel machte sie nicht viel Aufhebens. Vor kurzem stellte sie sich allerdings in der Sitzung des Ausschusses für Kultur und Sport vor.
Dass Eva Lax auf eigenen Wunsch die Stelle in Schifferstadt aufgab und sich auf die Stelle in ihrem Wohnort Limburgerhof bewarb, hat zum Teil ganz praktische Gründe: kurze Wege und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Aber es ist auch einfach etwas Emotionales“, erklärt die Bibliothekarin, die in Limburgerhof aufgewachsen und mit ihrer Familie dorthin zurückgezogen ist. Zur Gemeindebücherei hat sie ein enges Verhältnis: „Mein Nutzerkonto wurde am 6. September 1988 angelegt“, sagt sie. „Das war kurz vor meinem dritten Geburtstag.“
Wechsel hatte pragmatische Gründe
Als sie die Ausschreibung entdeckt hat, hatte Eva Lax deshalb gleich ein gutes Gefühl. „Die Möglichkeit wird so schnell nicht nochmal kommen“, habe sie gedacht. Deswegen entschied sie sich für den Wechsel, obwohl die Stelle als Elternzeitvertretung auf zwei Jahre befristet ist. Ihr sei zuvor schon klar geworden, dass sie die Leitung in Schifferstadt nach der Kindergartenzeit ihrer fünfjährigen Zwillinge vermutlich hätte aufgeben müssen, erzählt die vierfache Mutter.
„Mit vier Schulkindern hätte ich das Pensum nicht aufrechterhalten können“, ist sie sich sicher. Deswegen war auch die Nähe zur Grundschule in Limburgerhof ein Aspekt, der sie in ihrer Entscheidung bestärkt hat. Und sie freut sich, dass sie auch schon mal in ihrer Pause zuhause vorbeischauen kann. Außerdem kenne sie viele der Kinder, welche die Bücherei besuchten, aus dem Umfeld ihrer Kinder persönlich, nennt sie einen weiteren Vorteil.
Leseförderung und bei Kindern das Interesse für Geschichten und Literatur zu wecken, ist seit jeher der Schwerpunkt der neuen Leiterin. „Ich habe mit der Bibliothekspädagogik angefangen“, erzählt Lax, die einen Bachelor in Bibliotheks- und Informationsmanagement hat und nach ihrem Abschluss 2008 in verschiedenen Abteilungen der Stadtbibliothek Mannheim arbeitete. „Das ist mein Steckenpferd, da brenne ich für“, schwärmt die 40-Jährige.
Früh mit Leseförderung beginnen
Man müsse schon bei den Kleinsten mit der Leseförderung beginnen, ist sie überzeugt. „Der Grundstein für jede Bildung ist, Freude an Geschichten zu entwickeln“, erklärt Eva Lax. Und daher möchte sie nicht nur darauf warten, dass die Kinder in die Bücherei kommen. Sie gehe auch gerne in die Kitas.
Außerdem setzt sie seit ihrem Dienstantritt die Umstellung von der Buchstaben-Zahlen-Systematik auf die die Klartextsystematik fort. Dahinter verbergen sich die Beschriftungen auf den Buchrücken, nach denen die Bücher in die Regale einsortiert werden. Waren bisher Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben üblich, die für den Nutzer eher schwer zu durchschauen waren, sollen die Medien nun nach und nach verständliche Bezeichnungen bekommen. „Ich versuche gerade einen Weg zu finden, alt und neu übersichtlicher zu gestalten“, sagt Eva Lax.
„Ich lese gerne vor“
Sie selbst liest am liebsten Romane, allerdings derzeit ausschließlich als E-Books über die Onleihe. Hinsichtlich des Genres ist sie dabei nicht festgelegt. „Ich bin offen für vieles von Urban Fantasy über Cosy Mystery bis zu Erzählungen“, zählt die Bibliothekarin auf. Gerne greife sie auch zu englischen Titeln. Die Sprache liegt ihr. Als Schülerin habe sie ein halbes Jahr in den USA verbracht, berichtet sie. Und ein Praktikum im Studium habe sie für drei Monate nach Cambridge geführt.
Freiberuflich rezensiert sie zudem seit 2015 Kinderbücher. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass sie immer neuen Lesestoff für ihre neun, sieben und fünf Jahre alten Kinder parat hat. „Ich lese unglaublich gern vor“, sagt die 40-Jährige. Dass sie das auch dienstlich immer wieder tun kann, ist für sie einer der großen Vorteile ihres Berufs.