Handball
Eulen gleich im Top-Spiel beim Dessau-Rosslauer HV gefordert
Die Testspiele wurden erfolgreich absolviert, die Vorbereitung lief nach Plan, alle angeschlagenen Spieler bis auf Pascal Bührer, den noch muskuläre Probleme plagen, sind zurück. Mit dem Ende der Handball-WM in Polen und Schweden startet auch der Ligabetrieb wieder. Der Handball-Zweiligist Eulen Ludwigshafen steht in den kommenden Wochen vor schweren Aufgaben.
Die erste Dienstreise führt die Mannschaft von Cheftrainer Michel Abt in die Partnerstadt von Ludwigshafen nach Sachsen-Anhalt, wo der Dessau-Rosslauer HV 06, der aktuelle Tabellendritte (Samstag 19.30 Uhr, Anhalt-Arena) auf die Rothemden wartet. „Ja, wir freuen uns, dass es jetzt wieder losgeht. Wir haben nach den Wochen der Vorbereitung Lust darauf, auch wenn wir wissen, dass gleich das nächste Top-Spiel bevorsteht und es immer schwierig ist, auswärts zu gewinnen“, sagt Kapitän Max Haider. Der 26-Jährige, der in Wiesbaden geboren ist, in München aufwuchs und dann in das Internat der Rhein-Neckar Löwen gewechselt war, sieht die Mannschaft in einer gute Verfassung und hofft, dass es in der „zweiten Saisonhälfte so weitergeht, wie im Jahr 2022“.
Aufstieg noch kein Thema
Dabei vermeidet Haider bewusst das Wort Aufstieg. „Das klingt mir zu floskelhaft“, sagt der Kreisläufer. „Es ist bei uns auch kein Thema. Wir spielen gegen alle Mannschaften von oben, da tut es uns gut, wenn wir nicht auf die Tabelle schauen, sondern von Spiel zu Spiel nur auf uns selbst. Jetzt sind wir auf Dessau fokussiert, dort wollen wir gewinnen, dann schauen wir auf Balingen“, so Haider. In der Partnerstadt wird es aus seiner Sicht darauf ankommen, das Tempospiel der Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas mit einer guten Verteidigung im Rückzug zu verhindern, aber auch aus einer stabilen Abwehr selbst zum Torerfolg zu kommen.
Die Sachsen-Anhaltiner, die die letzten vier Partien in der Liga nicht verloren hatten, scheinen derzeit auch in glänzender Form zu sein. Sie überzeugten bei ihren beiden Tests, mit einem 31:26-Erfolg gegen das polnischen Erstligisten MMTS Kwidzyn und einer 29:28-Niederlage gegen den Bundesligisten SC DHfK Leipzig. Der geplante dritte Test gegen den SC Magdeburg fiel aus.
Die Defensive war in den letzten Wochen ein Thema, an dem die Eulen nochmals intensiv gearbeitet haben. „Es war schon eine Art Feinschliff, aber wir haben auch taktisch einiges weiter erarbeitet und verbessert.“ Haider sprüht vor Spiellaune und freute sich, als er am Freitag wieder in den Mannschaftsbus einsteigen durfte. Der 26-Jährige gilt als einer der konstantesten Spieler der laufenden Saison. Sowohl in der Abwehr als auch im Angriff ist er auf seiner Position am Kreis bei den Eulen die absolute Nummer eins.
Tolle Torquote von Haider
Mit 61 Treffern rangiert er in der internen Torschützenliste auf Platz drei. Dazu erzielte er mit 92,42 Prozent eine Torquote, die kaum ein Feldspieler in der Liga überbieten konnte. Wenn er den Ball hat, dann ist er meist nicht zu bremsen und trifft auch noch das Tor. „Es freut mich, dass es diesmal gut klappt“, sagt er. Dabei steht er nicht gerne im Vordergrund. „Meine eigene Entwicklung fällt auch mit dem Teamerfolg zusammen. Es sind auch andere in der Mannschaft, bei denen es gut läuft.“
Der Kreisläufer und Kapitän, der im sechsten Jahr das Eulen-Trikot trägt, betont, er fühle sich in Ludwigshafen sehr wohl. „Die Eulen sind mein Herzensverein, das komplette Umfeld ist mir ans Herz gewachsen. Ich weiß das hier sehr zu schätzen.“ Zum Saisonende läuft aber sein Vertragspapier bei den Eulen Ludwigshafen aus. Wie es dann sportlich mit ihm weitergeht, ist noch offen. „Ich bin mit allen Beteiligten in Gesprächen, es gibt noch keine Entscheidung, jetzt steht erst die hoffentlich erfolgreiche Rückkehr in den Ligabetrieb im Fokus“, sagt Haider dazu. Man darf auf die Entscheidung des Kapitäns in den kommenden Wochen gespannt sein.