Ludwigshafen Endhaltestelle Rheingönheim: Sorge um Sicherheit
Die sozialliberale Fraktion im Ortsbeirat machte am Mittwoch darauf aufmerksam, dass es in Rheingönheim in den vergangenen Monaten im Bereich der Straßenbahnlinie und Haltestellen zu verschiedenen Straftaten gekommen ist. „Es gab auch tätliche Angriffe“, sagte Julia May (SPD). Eine Stellungnahme der Polizei Ludwigshafen führt an, dass „Vorfälle an Haltestellen“ nicht gesondert in der Kriminalitätsstatistik dargestellt werden könnten. Es seien wohl Sachbeschädigungen an Automaten und wenige Diebstähle registriert worden. Wie die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) informierte, seien 16 gravierende Vorfälle in Rheingönheim von Januar 2022 bis September 2023 vermerkt worden, davon neun an der Endhaltestelle. Im Oktober 2022 war an der Haltestelle Friedensstraße eine Stadtbahn durch Steine auf den Schienen zum Entgleisen gebracht worden. Danach gab es noch weitere Versuche dieser Art, allesamt ausgelöst durch Jugendliche und Kinder.
Bei den Ortsbeiräten sorgen die Verhältnisse an der Endhaltestelle für große Besorgnis. Er sehe dort regelmäßig am Abend eine Gruppe von Jugendlichen, die dort herumlungern und Stress machen würden, meinte Ortsbeirat Peter Niedhammer (SPD). Er sei dort schon einer Gruppe von 15 ausländischen Jugendlichen begegnet, die sehr aggressiv im Auftreten gewesen seien, berichtete Thomas Schell (FDP). Die Situation müsse weiter genau beobachtet werden, war sich der Ortsbeirat einig.
Ein großes Anliegen ist dem Gremium schon länger die Aufstellung einer öffentlichen Toilettenanlage an der Endhaltestelle. Schließlich werde der Umsteigepunkt von über 3000 Personen pro Tag genutzt. Es sei untragbar, dass die Menschen ihre Notdurft in den angrenzenden Büschen verrichten müssten, weil es keine Toilette gebe, meinte der Ortsbeirat. Mit der Firma Wall gebe es einen privaten Anbieter, der bereits acht öffentliche Toiletten in der Stadt betreibe. Die Stadtverwaltung wurde deshalb aufgefordert, mit der Firma Kontakt aufzunehmen.
Problemmüll im Schulhof
Ein weiteres Thema besorgte ebenfalls den Ortsbeirat: Im Schulhof der Mozartschule sind die Außenarbeiten für das zusätzliche „Container-Schulhaus“ noch immer nicht beendet. Im Schulhof lagere noch abgedeckter, belasteter Bauschutt, der auf eine Deponie gebracht werden müsse. Die Genehmigung fehle aber laut Baufirma noch. Er hoffe, dass der Schulhof bis zum dort geplanten Martinsfest im November frei geräumt sei, teilte Rheingönheims Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU) mit.
Die Ziele und Forderungen des städtischen Einzelhandelskonzepts stellte Andreas Schuder vom beauftragten Fachbüro „Stadt und Handel“ vor. Ziel sei es, noch vorhandenen Einzelhandel in den Ortszentren der Stadtteile zu erhalten, sagte Schuder. Rheingönheim stehe mit 38 Betrieben, darunter mehreren Super- und Drogeriemärkten, noch vergleichsweise gut da, stellte er fest. Angesprochen auf das Rheingönheimer Problem mit dem Umzug der Aldi-Filiale in der Mörschgewanne erläuterte Schuder die Funktionsweise des Zentrenkonzepts. Nach dessen Vorgaben genieße die Filiale in dem vorgelagerten Gewerbegebiet zwar Bestandsschutz, dürfe sich aber nicht mehr vergrößern. Ein größerer Aldi-Markt sei nur in der Ortsmitte möglich, etwa auf der vorgeschlagenen Fläche des Turnvereins. Allerdings könne durchaus ein anderer Supermarkt-Betreiber Nachfolger im Aldi-Gebäude in der Mörschgewanne werden. Für die wohnortnahe Versorgung sei ein Markt dort wichtig, waren sich die Ortsbeiräte einig. Deshalb solle nach einem Wegzug von Aldi dort ein Nachfolger gefunden werden, lautete die Forderung.