Ludwigshafen Einmal in einer richtigen Manege stehen
«Dannstadt-Schauernheim.» Bereits der Einmarsch war ein großartiges Schauspiel: So viele Artisten auf einmal sieht man wohl selten in der Manege. Und dass es dem Mitmachzirkus ZappZerap gelungen ist, aus ganz normalen Grundschülern innerhalb weniger Tage furchtlose Feuerschlucker, wagemutige Seiltänzer, geschickte Jongleure und geheimnisvolle Magier zu machen, grenzt selbst ein wenig an Zauberei.
Alle Grundschüler der Kurpfalzschule in Dannstadt und Schauernheim haben in gemischten Gruppen Kunststücke einstudiert, die sie in drei ausverkauften Vorstellungen in einem richtigen Zirkuszelt zeigen durften. Zwei davon waren eingebettet in das Sommerfest der Schule am Samstag, so dass für die Kinder auch in der Pause keine Langeweile aufkommen konnte. In den Aufführungen selbst jagte ohnehin ein spannender Höhepunkt den nächsten. Mit menschlichen Pyramiden und Hebefiguren eröffnete die erste Gruppe die rund 90-minütige Show. Von Nervosität war bei den jungen Artisten nichts zu spüren. Auch die Fakire, die ohne zu zögern über Scherben liefen oder sich auf ein Nagelbrett legten, wirkten so souverän, als hätten sie das schon 100-mal getan. Zuvor hatten sie noch mit einem herabfallenden Holzstück bewiesen, dass die Nägel tatsächlich spitz waren. Große Augen machten die Zuschauer auch bei den Feuerkünstlern, die brennende Stäbe kreisen oder Flammen über ihre Haut gleiten ließen. Zum Löschen musste dann die Clown-Feuerwehr ausrücken, die nur leider vergessen hatte, den Schlauch anzuschließen. Ihre kreative Notlösung war dafür sehr lustig. Neben den aufregenden Darbietungen gab es auch einiges zum Staunen und Träumen. So „malte“ eine Gruppe mit im Schwarzlicht leuchtenden Tüchern wunderschöne Lichtbilder. Die Seiltänzer bewegten sich grazil mit Schirmchen oder Bändern über das Hochseil. Und den Zauberern gelang es auf wundersame Weise, lose Tücher miteinander zu verbinden. Sehr geschickt waren auch die Jongleure mit ihren Bällen, Tellern und Diabolos. Am Trapez zeigten die Kinder faszinierende Figuren, die Kraft und Eleganz forderten. Ebenso konzentriert waren die Seilspringer bei der Sache, die nicht nur allein, sondern auch zu zweit oder zu dritt ihre Tricks präsentierten. Zu dieser Gruppe gehörte Ann-Christine aus der Klasse 2a, der die Zirkuswoche sehr viel Spaß gemacht hat. „Es war schön, weil wir ganz viel gemacht haben und Süßes bekommen haben“, verriet die Neunjährige. Die Vorführung in der Manege sei nur ein Teil des Projekts gewesen. „Wir durften auch viele andere Kunststücke ausprobieren“, erzählte sie. Für Schulleiter Sebastian Forell war es ein großes Vergnügen, die Kinder bei den Proben zu sehen: „Hier war jedes Kind jede Minute motiviert, fokussiert und fühlte sich wichtig.“ Und: Solch große Aktionen seien auch wichtig, „um die beiden Standorte Dannstadt und Schauernheim zusammenzuführen“, sagte er. Bewusst seien die Gruppen gemischt worden. „So sind wir hier wirklich eine Schule und eine Gemeinschaft.“ Es war das zweite Mal, dass der Circus ZappZerap aus Leverkusen in der Kurpfalzschule zu Gast war. Und damit das auch künftigen Grundschülern ermöglicht werden kann, soll das Projekt alle vier Jahre durchgeführt werden. Die Finanzierung dafür scheint gesichert – dank der Einnahmen aus fast 1000 verkauften Eintrittskarten sowie aus dem Verkauf von Popcorn, Brezeln und Getränken. Und es hat auch nicht an Helfern gemangelt, denn sehr viele Eltern haben sich eingebracht.