Handball
Eine ganz klare Sache für die FSG Ketsch/Friesenheim
„Wir wollen Bassenheim erst gar keine Hoffnung geben“ – Die Vorgabe von von FSG-Trainer Eyub Erden war unmissverständlich. Oft genug hat er schließlich schon erlebt, dass sich ein vermeintlicher Außenseiter in scheinbar aussichtsloser Lage zu einer ungeahnten Leistung emporschwingt. Im TSG-Sportzentrum roch es nur einen Moment lang nach einer Überraschung. Das war beim 0:0 direkt beim Anwurf. Fünf Minuten und vier Gegenstöße später führte die FSG bereits mit 7:0, das Spiel war spätestens beim 14:2 (14.) entschieden.
So konnten die Zuschauer Randnotizen sammeln. Etwa, ob und wann Linksaußen Mona Kuczaty ihren zehnten Treffer erzielt – sie kam am Ende auf elf Tore – oder ob die Gastgeberinnen die engagierte Deckungsarbeit der Anfangsviertelstunde bis zum Schluss durchhalten würden. Zumindest das gelang nicht, wofür Trainer Erden sogar etwas Verständnis hatte: „Es war letztlich zu einfach. Ich bin mir sicher, dass wir bei einem anderen Gegner auch engagierter in der Abwehr gespielt hätten.“
Nach der Pause eher erweiterte Trainingseinheit
So ließ die Körperspannung irgendwann nach, wurde aus einem Oberligaspiel letztlich eine erweiterte Trainingseinheit mit der letzten offenen Frage, wann die FSG den 40. Treffer erzielt, der unter normalen Umständen eigentlich gleichbedeutend mit einem Kabinenfest ist. Jasmin Jung warf neun Minuten vor dem Ende das 40:23, als beide Mannschaften ein herkömmliches Handballspiel längst eingestellt hatten. Fast alle zumindest. Angelina Schreyer hielt die Körperspannung bis zum Schluss hoch, versuchte auch in der 59. Minute noch, den Gegenstoß der Gäste zu stoppen. Damit hatten aber offenbar weder die Gegenspielerin noch die Unparteiischen gerechnet. Der Versuch des Herausprellens endete mit einer Roten Karte für die Friesenheimerin, die im Anschluss ihre Unschuld beteuerte. „Sie hätte wegbleiben müssen“, befand Erden.
Klar ist hingegen, dass die Spielerinnen den badisch-pfälzischen Spielgemeinschaft aus der Partie einiges mitnehmen können. Das Tempo aus der ersten Halbzeit zum Beispiel. Und auch den unbedingten Willen von Angelina Schreyer zwei Minuten vor dem Ende. Denn im Spitzenspiel bei der HSG Hunsrück geht es am kommenden Samstag, 20 Uhr, um nicht weniger als um die Vorentscheidung im Titelkampf der Handball-Oberliga. Immerhin ist nur die HASG Marpingen/Alsweiler bislang noch ohne Punktverlust.