Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Ein verhängnisvoller Hüpfer

Friesenheims Trainer Martin Buschsieper bemängelt, dass einige Spielerinnen Schwächen zeigen. Ob Angelina Schreyer (Mitte) in de
Friesenheims Trainer Martin Buschsieper bemängelt, dass einige Spielerinnen Schwächen zeigen. Ob Angelina Schreyer (Mitte) in der Partie gegen Köllertal dazu gehörte, präzisierte er nicht.

Mit einem 25:25 (14:11)-Unentschieden mussten sich die Damen der TSG Friesenheim im Duell mit den HF Köllertal zufriedengeben. Verteilt über die 60 Spielminuten ist die Punkteteilung zu wenig für die Friesenheimerinnen in der Handball-Oberliga. Trotzdem war die TSG damit letztlich noch gut bedient.

Ein kleiner Hüpfer von Köllertals Admira Zvekic hatte einen enormen Einfluss auf den Spielausgang. Die überragende Spielerin der Gäste war gleich drei Mal zum entscheidenden Siebenmeter nach Spielende angetreten und am Ende versagten ihr trotz zwei von drei erfolgreichen Versuchen, doch die Nerven. Zunächst war sie zusammengezuckt, als sie zwar zum entscheidenden Siebenmeter angetreten war, aber nach der letzten Spielsekunde die Schlusssirene die Konzentrationsphase unterbrach. Dann brachte sie den Ball zwar an Torhüterin Kendra Little vorbei. Aber die Schiedsrichter hatten das Spiel noch nicht wieder freigegeben. Dann hatte sie nach dem Schlusspfiff und der Freigabe der Schiedsrichter erneut getroffen und war bereits in einer Jubeltraube der Gäste verschwunden, aber sie hatte sich mit dem Ball in der Hand mach der Freigabe eben diesen kleinen Hüpfer geleistet und damit das Spiel beendet, noch bevor der Ball erneut im Netz landete. Der Pfiff der Schiedsrichter unterbrach den Jubel der Gäste und stattdessen tanzten nun die Friesenheimerinnen und freuten sich über den Punktgewinn. Es war das würdige Ende eines insgesamt merkwürdigen Handballspiels.

In der Miene von TSG-Trainer Martin Buschsieper spielte sich die komplette Achterbahn der Gefühle ab. Immerhin hatte seine Mannschaft insgesamt 40 der 60 Spielminuten dominiert, lag mit verdient bis zu vier Tore in Führung – 14:10 kurz vor der Pause und immerhin noch 18:16 nach 39 Minuten. Aber beinahe wäre seine Mannschaft trotzdem noch mit leeren Händen dagestanden. Sie kämpfte sich vom 23:25 fünf Minuten vor dem Ende mit Glück, Geschick und einer starken Kendra Little im Tor zumindest noch zum Unentschieden.

Zu viele Formtiefs im Team

„Es war das Spiegelbild der bisherigen Begegnungen“, resümierte Buschsieper: „Wir hatten gute Phasen, in denen wir das Spiel dominiert haben, aber dann gab es wieder einen unerklärlichen Bruch im Spiel.“ Gegen Köllertal gab es den eben nach zehn Minuten im zweiten Spielabschnitt. Was bis dahin gut funktioniert hatte war bei der TSG nur noch in Ansätzen zu erkennen. „Ich habe keine Erklärung, was da mit uns los ist“, war auch der Trainer nach drei Spieltagen noch ein wenig ratlos. Immerhin. „Wir haben uns wieder gut zurückgekämpft und uns das Glück mit dem letzten Siebenmeter damit auch verdient“, bilanzierte er.

Tatsächlich war es vor allem die Chancenverwertung, die seine TSG beinahe auch im zweiten Heimspiel in Serie im Stich gelassen hatte. Immer wieder erspielten sich die Friesenheimerinnen klare Abschlüsse, immer wieder fanden die Gastgeberinnen aber originelle Wege zum Fehlwurf statt eines erfolgreichen Abschlusses. „Es ist gut, dass wir uns in jedem Spiel so gute Chancen herausarbeiten, aber dass wir sie alle vergeben, ist natürlich schlecht“, haderte Buschsieper. Nicht optimal sei außerdem, dass zwar an jedem Spieltag eine Spielerin ihr bisheriges Formtief durchschritten habe, gegen Köllertal überzeugte Lucy Sulta mit sechs Treffern, aber dafür wiederum andere Akteurinnen unerklärliche Schwächen zeige.

Und so war Buschsieper froh um den kleinen Hüpfer, der letztlich das Unentschieden gebracht hatte. So froh, dass er sich auf die Wiederholung freute: „Ich werde mir das nachher noch einmal auf Video anschauen“, kündigte er an.

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