Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Hingucker: Das Halloween-Haus in Ruchheim

Shayanne steht am Eingang ihres Hauses und wartet auf die kleinen Besucher.
Shayanne steht am Eingang ihres Hauses und wartet auf die kleinen Besucher.

Jedes Jahr spielen sich in Ruchheim gruselige Szenen ab. Am Abend des 31. Oktobers kommen die Geister, Skelette und andere schaurige Gestalten aus allen Richtungen. Sie treffen sich besonders gerne in Ruchheim, um zu fragen: „Süßes oder Saures?“

Die Eltern von Shyanne Skarke arrangieren Jahr für Jahr eine Halloween-Party für ihre Tochter. Die Zwölfjährige sitzt seit ihrer Geburt im Rollstuhl. Seit dem Umzug in ein Eigenheim vor mehr als fünf Jahren verkleiden sie das Mädchen, schmücken ihr Haus mit Lichtern, Kürbissen, Spinnen, Skeletten und anderen Gruseleien und richten sich auf die kleinen Besucher ein. „Wenn wir Shyanne nicht zum Halloween-Umzug bringen können, dann kommt er eben zu ihr“, beschloss Papa Bobby. „Ein Kind ohne Halloween, das geht nicht“, fand der gebürtige Amerikaner.

An ihren ersten fünf Lebensjahren war sie zu der Jahreszeit so schwer an der Lunge erkrankt, dass sie gar nicht an dem Spektakel teilhaben, nicht einmal das extra angeschaffte Kostüm tragen konnte. Seit den letzten Jahren beobachtet Shyanne die gruseligen Kinderscharen von der Haustür aus, als Waldfee oder als Gespenst verkleidet.

Jedes Jahr andere Kostüme

Jedes Jahr schlüpfen ihre Eltern in andere Kostüme, schmücken das Haus zu einem Thema. Dass es nicht lange dauert, bis sich eine solche Aktion herumspricht, ist klar. Im Vorjahr zählte Skarke 700 Kinder, die entweder nach „Trick and Treat“ in der amerikanischen Form oder in der deutschen Variante gefragt hatten. Shyannes Mama, Jana Skarke bedauert es, dass in Ruchheim so wenige zu Halloween schmücken. „Wobei ich weiß, dass es jedes Jahr viel Arbeit bedeutet, aber wir machen es trotzdem“, sagt sie. Durch Fotos, die in Social Media gepostet werden, hat sich die Aktion von Ruchheim weit über dessen Grenzen herumgesprochen. „Aus Kaiserslautern, Darmstadt, Frankfurt und Mannheim seien die Kennzeichen der Autos gewesen, deren Insassen teilweise nur zum Fotografieren des mit zahlreichen Figuren geschmückten Hauses gekommen waren“, hat sie beobachtet.

Aufgeblasene Leuchtfiguren: „Wenn wir Shyanne nicht zum Halloween-Umzug bringen können, dann kommt er eben zu ihr“, beschloss Pa
Aufgeblasene Leuchtfiguren: »Wenn wir Shyanne nicht zum Halloween-Umzug bringen können, dann kommt er eben zu ihr«, beschloss Papa Bobby, um seiner im Rollstuhl sitzenden Tochter eine Freude zu machen.

Während des Lockdowns hatte die Familie mit nur wenigen Kindern gerechnet. Aber sie brachten es auch nicht übers Herz, die Tür nicht zu öffnen. Mit zwei langen Rohren aus dem Bauhaus übergaben sie die Süßigkeiten kontaktlos vom Haus aus an die kleinen Gestalten. Das kam so gut an, dass sie an dieser Vorgehensweise noch immer festhalten.

Wer zu Halloween, am Dienstagabend, nicht die Zeit findet, das schaurige Haus an der Bleiche anzuschauen, der hat vielleicht ein paar Tage danach auch noch die Gelegenheit. Die Geister feiern dieses Jahr Oktoberfest. Wer später klingelt und fragt „Süßes oder Saures“, der wird kein Glück mehr haben. Nach Halloween sind nicht nur deren Bierkrüge leer, sondern sicher auch die Bonbonvorräte bei Shyannes Familie.

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