Ludwigshafen Ein Bild und seine Geschichte: Pixi-Bücher aus der Chemiefabrik
Quadratisch, zehn mal zehn Zentimeter groß und auffällig bunt: Die kleinen Pixi-Bücher, die es oft in der Grabbelkiste gab, kennt vermutlich fast jeder. Ob nun aus der Kindheit oder von seinem eigenen Nachwuchs. Aber mancher Vater und manche Mutter dürfte nicht schlecht staunen, wenn er eines dieser Bücher aufschlägt und das BASF-Logo darin wiederfindet. Aber was hat die Chemiefabrik mit den Kinderbüchern zu tun?
Pixi-Bücher gibt es vom Hamburger Carlsen-Verlag seit inzwischen 70 Jahren. Der Name kommt vom englischen Wort „pixy“, was Fee, Elfe oder Kobold bedeutet. Neben dem namensgebenden Kobold Pixi mit seiner roten Zipfelmütze ist auch das blonde Mädchen Conni eine der Buchheldinnen, mit denen Kinder mitfiebern können. Es gibt in den Büchern ganz verschiedene Themen, doch das Ziel ist immer, den Kindern zu helfen, Ängste abzubauen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und natürlich Neues zu lernen.
Frühkindliche Bildung fördern
Und genau da kommt die BASF ins Spiel. Die Bücher sind Teil der Initiative „Offensive Bildung“, die der Konzern im Jahr 2005 gestartet hat. Ziel war es, die frühkindliche Bildung zunächst in Ludwigshafen und später in der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar zu stärken. Denn gerade in den frühen Jahren werden die Grundlagen für das ganze Bildungsleben gelegt, heißt es von der BASF auf Nachfrage. Eines dieser Projekte war etwa „Mit Neugier und Pipette“, wo Kinder in ihren Kitas mit authentischen Laborgeräten arbeiten durften.
2011, im internationalen Jahr der Chemie, gab es dann eine neue Idee: Um Eltern und Erziehern zu helfen, kindgerechte Antworten auf Fragen rund um die Chemie im Alltag zu geben, arbeitete das Unternehmen mit dem Carlsen-Verlag zusammen. So entstand das erste der Pixi-Bücher, „Chemie um uns herum“, das sich an Kinder von etwa drei bis sieben richtete. Und vielleicht, so die Hoffnung, würde bei manchen auch ganz spielerisch ein Interesse an den Naturwissenschaften geweckt. Für den Inhalt der Bücher und die kindgerechte Aufarbeitung waren die Redakteure des Verlags zuständig, erklärt BASF.
Bücher wurden kostenlos verteilt
Nach diesem Auftakt gab es weitere Bücher. Darunter eine Reihe über Berufe, die mit Chemie und Technik zu tun haben – zum Beispiel „Unsere Mama ist Chemielaborantin“ oder „Unser Onkel ist Anlagenmechaniker“ – und über die Arbeit bei der BASF insgesamt. So sollten Mama und Papa ihren Kindern besser erklären können, was sie eigentlich machen. Außerdem entstand eine Reihe zu den vier Elementen, von denen auch unser Bild stammt. Aufgrund des großen Interesses gab es schließlich noch eine Reihe, die sich speziell an Grundschulkinder richtete und „Chemie des Wissens“ hieß.
Zu kaufen gab es diese Bücher indes nie, denn sie wurden von BASF kostenlos an Kindertagesstätten, Schulen, Büchereien und andere Organisationen in der Metropolregion verschickt. Auch BASF-Mitarbeitende konnten die Bücher kostenlos bestellen. Gedruckt wurden sie in einer Auflage von 50.000 Stück, bei Bedarf wurden sie nachgedruckt.
Heute andere Projekte
Das letzte Buch erschien 2015. BASF erklärt das Einstellen der Reihe damit, dass die Offensive Bildung Leerstellen besetzen will. Solche Erklärbücher für Kinder gebe es heute viele, ein weiteres Engagement des Unternehmens in dem Bereich sei daher nicht mehr nötig gewesen. Trotzdem läuft die Initiative weiter und kümmert sich heute auch um andere Zielgruppen. So arbeitet BASF als Teil des Projekts „WIR gestalten Schule“ beispielsweise daran, Schulen so zu gestalten, dass die Kinder gerne dort lernen.
Die Pixi-Bücher von BASF gehören also erstmal der Vergangenheit an. Wobei die alten Exemplare natürlich noch existieren. Weil viele Generationen mit den kleinen Büchlein des Carlsen-Verlags aufgewachsen sind, haben sie sich inzwischen zu begehrten Sammelobjekten entwickelt – gerade die älteren Reihen aus dem letzten Jahrhundert. Aber wer weiß, vielleicht passiert das ja auch irgendwann mit Büchern wie „Chemie des Lebens“, „Chemie in der Fabrik“ und „Chemie im Frühling“.