HanDBALL
Drittligist Friesenheim-Hochdorf feiert fünften Heimsieg
Nach dem Abpfiff dauerte es eine Weile, bis der Trommelwirbel der eigenen Fans ein Ende fand. Das hat Gründe. Die Mannschaft von Trainer Gabriel Schmiedt genießt es, in eigener Halle zu spielen. Von der ersten Minute an war die Spielgemeinschaft auf die Spielweise des Gegners eingestellt und ließ auch nach 60 Minuten keine Zweifel am Sieg aufkommen. Auf der Anzeigetafel stand 36:24 (17:9). Es war nicht nur der fünften Saisonsieg, sondern auch der höchste Heimsieg.
„Es war das erwartet schwere Spiel. Ich hatte die Hoffnung, dass dem Gegner, der zuletzt seine Spiele knapp verloren hatte, bei uns nicht der Knoten platzt“, sagte Trainer Schmiedt. Seine Sorge war berechtigt. In der Anfangsphase stemmten sich die Bayern aus Waldbüttelbrunn mit dem ehemaligen Nationalspieler Benjamin Herth gegen die Offensivreihen der mHSG und kam in der zehnten Spielminute nach einem Treffer von Tobias Glöggler, den Jan Philipp Winkler nicht bremsen konnte, zur 4:3-Führung. Aber danach spielten die Gastgeber groß auf. Roko Peribonio zwischen dem Pfosten erwischte wieder einen Sahnetag, parierte einen Wurf nach dem anderen und leitete die Tempogegenstöße zu dem pfeilschnellen Enes Keskic ein, der mit vier Toren innerhalb von vier Minuten die Führung zum 9:4 ausbaute.
Defensive wirkt sehr sicher
Das gab der Mannschaft Sicherheit. Dass die Gäste dem Offensiv-Handball der HSG kaum etwas entgegensetzen konnten, dafür sorgte Jan Philipp Winkler, der auch geschickt seine Nebenleute Mihailo Ilic und Max Neuhaus in Szene setzte. Außerdem wusste sich auch der junge Däne Kaspar Manfeldt Hansen im Innenblock zu steigern. So wirkte auch die Defensive der HSG deutlich sicherer.
Waldbüttelbrunn fand zu keiner Phase ein Mittel gegen die Gastgeber. Trainer Schmiedt nutzte nach der 17:9-Pausenführung die Möglichkeit, allen 15 Akteuren ausreichend Spielpraxis zu geben, und keiner seiner Spieler enttäuschte. Die Nachwuchsarbeit trägt Früchte. Nachwuchstalent Mihailo Ilic (20), der gerade sein Studium der Logistik an der Fachhochschule Worms aufgenommen hat, erwies sich als feste Größe im Innenblock, verbreitete aber auch im Angriff mit seinen Würfen aus der zweiten Reihe viel Torgefahr. „Wichtig war, dass wir wenig zugelassen haben. Es war kein einfacher Gegner, aber wir haben sehr schnell unsere Lösungen gefunden und konnten uns absetzen. Das gab Sicherheit“, sagte Illic. Malte Dorra, der Linkshänder im rechten Rückraum, der mit seinen „Kanonen“ die gegnerischen Torhüter überraschte, sorgte für die sechs Tore.
Mika Schwenken kommt in einen Flow
Auch Mika Schwenken, der in der 38. Minute für Peribonio für einen Siebenmeter kam, diesen parierte und im Spiel blieb, bewies, dass ihm die Zukunft gehört. „Da kamen die Emotionen, die ich brauche. Der Flow war da und es lief einfach. Bälle, die man nicht halten muss, aber kann, tun einem gut“, sagte Schwenken, „es war gut, aber noch nicht alles perfekt“. Schwenken hatte auch ein gutes Auge und traf sogar zweimal ins leere Tor. Da stand auch die Mannschaft auf der Bank auf und applaudierte.
Das Team zeigte viel Herz und Leidenschaft und spielte sich in einen Rausch. „Jeder hatte Bock. Wir hatten in der letzten Woche sehr gut trainiert, das hat man heute gesehen“, so Schmiedt: „Wir sind auch als Mannschaft weiter zusammengewachsen. Die Kooperation mit den Eulen tut uns gut. Ich bin froh, dass Keskic, Neuhaus und Kaspar Manfeldt Hansen bei uns sind, sie bringen uns weiter“, sagte Schmiedt. Derzeit fehlen Marvin Gerdon, Yannik Polifka, Marcel Reis und Yannick Muth. Mit dem fünften Heimsieg wahrte die HSG auch weiterhin die Chance zum Klassenerhalt.
So spielten Sie
mHSG Friesenheim-Hochdorf: Peribonio (1), Schwenken (2) (ab 38.) – Illic (2), Winkler (4), Neuhaus (3) – Keskic (5), Kruse (1) – Sorda (2) – Manfeldt-Hansen, Dorra (6), Schwarz (3), Friedmann (1), Maier (4), Haas (1/1), Bohn (1)
DJK Waldbüttelbrunn: Feuerbacher, Leikauf (ab 31.) – Issing (2), Herth (7/4), Rastner (2) – Elbert, Kwiatkowski (3) – Glöggler (6) – Bötsch, Bardina (3), Winheim (1), Meyer.
Spielfilm: 3:3 (9.) 8:4 (13.), 11:5 (16.), 12:7 (22.), 14:8 (27.), 17:9 (30. Halbzeit), 19:10 (33.), 22:12 (35.), 23:14 (41.), 26:16 (45.), 29:18 (49.), 32:19 (52.), 36:24 (60., Ende) - Siebenmeter: 1/1 – 8/4 - Zeitstrafen: 8 Min. – 2 Min. – Beste Spieler: Dorra, Peribonio, Winkler – Glöggler, Herth - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Fähnle/Schulle (Königsbronn/Oberkochen)