Ludwigshafen Doch lieber Heidelberg

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Ludwigshafen

als Bauchnabel der biowissenschaftlichen Forscherszene. Das hätte doch was – und wäre auch fast so gekommen. Denn eigentlich wollte der Berliner Tagesspiegel-Verlag am Montag, 26. September, mit seiner Tagung „European Health Science Match“ ins Feierabendhaus der BASF in die Leuschnerstraße gekommen (wir berichteten am 18. Juli). Das Tagungskonzept klingt richtig spannend, denn 100 hochkarätige Forscher aus dem Gesundheitsbereich, also Pharmakologen, Biotechniker und Mediziner, sollten hier in knackigen Kurzvorträgen ihre neuen Themen und Ansätze präsentieren und diese dann mit 600 Gästen (Studenten, Forscher, Firmenvertreter) weiter diskutieren. Schon im Sommer lag eine Frage auf der Hand: Warum Ludwigshafen? Die Organisatoren vom Tagesspiegel-Verlag verwiesen knackig auf die Metropolregion und dass es hier bedeutende Forschungsstandorte für die drei genannten Bereiche gebe. Als Sahnehäubchen habe sich dann auch noch das Feierabendhaus als richtig gut geeignet für das Forschertreffen herausgestellt. Das war doch mal Balsam auf die geschundene Ludwigshafener Seele – weil man im Konzert der Metropolregion-Städte ja doch in der Regel hinter Heidelberg und Mannheim landet. Aber nun sollte Ludwigshafen das Aushängeschild für die Region sein. Doch eine Woche vor dem „Science Match“ heißt es: Aus der Traum. Statt stolz geschwellter Brust wieder neidische Blicke gen Heidelberg. Denn die Veranstalter haben die „Location“ gewechselt, wie es in Berlin heißt. In der jüngsten Einladung zum „Science-Match“ wurde nicht mehr nach Ludwigshafen gebeten, sondern in die Heidelberger Halle 02. Hoppla. Sebastian Schmücke vom Tagesspiegel-Verlag bekennt freimütig, warum man nun doch lieber nach Heidelberg geht. Jetzt kommt die Wahrheit reichlich ungeschminkt ans Licht. Pure Metropolregion-Realität. „Wir sind umgezogen, weil wir näher an unseren Partnern sein wollen“, sagt Schmücke. Von den Forschern seien eben mehr in Heidelberg als in Ludwigshafen zu finden. Damit nicht genug. Schmücke setzt noch einen oben drauf: „In Heidelberg haben wir die bessere Verkehrsanbindung, die Halle dort ist für viele Referenten besser erreichbar.“ In Ludwigshafen hätten sich da mehr Probleme als gedacht ergeben. Das sitzt natürlich. Ganz schnöde abserviert. Aus Ludwigshafen wurde klammheimlich Heidelberg. Ohne Erklärung. Einfach so.

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