Ludwigshafen Die irische Seele einverleibt
«Schifferstadt.» Bei den Klängen von Garden of Delight wehte eine gehörige Brise Irland durch den Schifferstadter Fuchsbau. G.O.D., so ihre Kurzform, sind Deutschlands erfolgreichste Formation im Bereich Celtic-Rock, Pirate- und Irish Folk. Die dreistündige Show vergangenes Wochenende hat Tanz- und Feierlaune in die nahezu ausverkauften Konzertkneipe entfacht.
„Authentischer kann Irland nicht sein“, jubelte ein begeisterter Schifferstadter. Ein größeres Lob kann einer Band, deren komplexes Klanggefüge auf keltischer Musik basiert, wohl kaum widerfahren. Es ist die musikalische Fusion aus den traditionellen Wurzeln mit Country-Anleihen und modernen Rock-Pop-Elementen, die Garden of Delight ihren charakteristischen Sound verleihen. Kreativer Kopf und Songschreiber der Band ist der Bergsträßler Michael M. Jung, dem der seit 21 Jahren ungebrochene Erfolg der Formation wohl zu verdanken ist. Gut 400 Songs und mehr als 40 CD-Produktionen stammen aus der Feder des kreativen Kopfes. Mit der Band bestritt er fast 2500 Konzerte, darunter auch als Melodiengeber für die Tänzer von Lord of The Dance. Schon kurz vor Konzertbeginn war der Fuchsbau gut gefüllt und die wenigen Sitzgelegenheiten besetzt, viele Besucher bekamen nur noch einen Stehplatz. „Die machen wirklich gute Stimmung“, sagte die Schifferstadterin Marlit Jambo, die unter anderem mit Freundin Judith Noelle aus Dudenhofen gekommen war. Vor rund 18 Jahren seien sie mehr oder weniger durch Zufall bei einem Dorffest in Römerberg auf die Band gestoßen, halten dieser seither die Treue. Gelegenheiten, den irisch gefärbten Rock in der Region zu erleben, gäbe es regelmäßig. „Wir sind unter anderem auch in der Pfalz unterwegs, von Haßloch bis Germersheim“, verriet der Sänger vor dem Konzert. Den Reiz ihrer Musik macht vor allem die stilistische Bandbreite aus: Gespielt wurden epische Hymnen wie „Don’t Leave Me Tonight“ aus dem aktuellen Album „Gods in Motion – Chapter two“, 80er-Hits-Cover von Kim Wilde oder Stan Ridgeway bis hin zu Songs von Johnny Cash wie „Ain’t No Groove“ aus ihrem in Kürze erscheinenden 21. Album „Eternity“. Herrschte im „musikalischen Garten des Vergnügens“, wie die Übersetzung des Bandnamens lautet, meist eitler Sonnenschein, konnte das Trio aber auch düstere Wolken aufziehen lassen. Der Titel „Red Skies over Belfast“ stimmte nachdenklich, erinnerte er doch an den jahrzehntelangen Irlandkonflikt und daran, dass aktuell aufgrund des Brexit eine Grenze in Irland näher rücken könnte. Für mystische Stimmung sorgten auch die Piratensongs, vor allem mit den düsteren Hey-Jo-Beschwörungen. Das Ambiente in der kleinen Musikkneipe war die perfekt, der Fuchsbaus somit eine gute Lokalität dafür. Typisch für den Sound von Garden of Delight sind auch die ständig neuen Facetten und Genre-Kreuzungen, die sie an dem Abend präsentierten. Eines blieb dabei aber konstant – die unermüdliche wie virtuose Spielfreude des Fiedlers Dominik Roesch, der seit 20 Jahren mit jedem Bogenstrich die irische Seele der Musik einverleibt. Ebenso bezeichnend waren der stampfende Rhythmus der Drums von Stephan Schwarz und die charismatische Bühnenpräsenz des Sängers und Bandleaders Michael M. Jung. Termin Das nächste Konzert im Fuchsbau ist am Samstag, 23. November, mit Stonehenge, gespielt wird Acoustic-Rock und -Classics. Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr, Eintritt frei.