FUSSBALL
Die Arminia bleibt auch im fünften Spiel ohne Sieg
Lukas Kebernik konnte es nicht fassen. Noch lange nach dem Abpfiff blieb der 20-Jährige auf dem Rasen und wirkte ratlos. Es brodelte in ihm. Der Innenverteidiger, auch diesmal einer der zuverlässigsten Stützen beim Fußball-Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen konnte es nicht glauben, dass seine Mannschaft erneut nicht als Sieger vom Platz ging. „Wir hatten so viele Chancen, die wir nicht nutzen konnten, dann dieses Gegentor - sehr ärgerlich“, schimpfte Kebernik.
Seine Mannschaft ist in der laufenden Abstiegsrunde noch ohne Sieg. Das tut weh, nachdem sie erst aufgrund des Torverhältnisses den Gang in die Abstiegsrunde antreten musste. Das Mentale scheint auch der Knackpunkt zu sein, weshalb das Team nicht mehr die Leichtigkeit besitzt, um wie in der laufenden Runde Spiele zu seinen Gunsten zu entscheiden. „Das zieht sich seit dem Pokal-Aus und dem Gang in die Abstiegsrunde wie ein roter Faden durch“, haderte Manager Markus Impertro.
Die Startphase gehört eindeutig den Gästen
Dabei war er gerade in den ersten Minuten mit dem Auftritt der Mannschaft nicht zufrieden. „Wir hatten Glück, dass wir nicht gleich mit zwei Toren hinten lagen“, sagte Impertro. Die Gastgeber taten sich zunächst gegen die Gäste vom Mittelrhein schwer und kamen nicht in ihr Spiel. Es war mehr Kampf, statt spielerischer Klasse. Die Arminen hatten noch Glück, dass Torhüter Peter Klug eine Großchance des Gegners durch den frei auf das Tor zulaufenden Niels Gräff parierte (14.). Kurz zuvor hatte Baris Yakut ebenfalls die Chance, die abstiegsbedrohten Rheinhessen in Front zu bringen. Waldalgesheim drückte aufs Tempo, hatte in dieser Phase die besseren Möglichkeiten.
Doch dann folgte der Nackenschlag für die Gäste, als Marcel Bormeth in der 28. Minute nach einer Hereingabe von Lukas Hartlieb aus acht Metern per Kopf zur glücklichen 1:0-Führung traf. Fortan wirkte die Arminia engagierter, ging noch mehr in die Zweikämpfe, zuvor wechselten Bastian Hommrich und Giuliano Cultrera auf den Flügeln die Seiten. Das brachte mehr Schwung ins Spiel und die Hausherren drückten auf den zweiten Treffer. Das erzielte Tor beflügelte die Mannschaft, sie steigerte sich mit zunehmender Spieldauer, verpasste es aber, noch vor dem Pausenpfiff durch Kapitän Nico Pantano und Giuliano Cultrera die Führung auszubauen.
Arminia versäumt es, die Führung auszubauen
Das Team von Trainer Andreas Brill zeigte sich mit zunehmender Spieldauer mutiger, investierte deutlich mehr in das Angriffsspiel und hatte auch zu Beginn der zweiten Hälfte die besseren Torchancen durch Bastian Hommrich und Lukas Kebernik. Es war auch die stärkste spielerische Phase der Hausherren, die diesmal endlich den Bock umstoßen wollten. Aber Waldalgesheim stemmte sich gegen die nächste Niederlage im Kampf um den Klassenerhalt und hatte durch den eingewechselten Shane Wheeler und Baris Yakut gute Gelegenheiten zum Ausgleich. Aber die Arminia stand in der Defensive zumeist sicher.
In der 81. Minute hatte dann wiederum die Arminia die große Chance, den Deckel drauf zu machen und für die Vorentscheidung zu sorgen. Nach einem Querpass des aus dem Mittefeld heranstürmenden Nico Pantano zog der eingewechselte Alexander Biedermann völlig frei vor dem gegnerischen Tor ab, doch Gästekeeper Pasquale Patria vereitelte die Großchance mit einer Fußabwehr.
„Wir brauchen mindestens noch zwei Siege“
Die letzten Minuten gehörten jedoch wieder den Gästen. Nach einem Eckball nutzte Niels Gräff einen Abpraller und schlenzte den Ball unter die Latte zum 1:1 (86.). „Das ist ärgerlich, solch ein dummes Tor“, schimpfte Lukas Kebernik nach dem Abpfiff. Auch den Arminen-Trainer wurmte das späte Gegentor: „Aber ich kann dem Team in Sachen Einstellung und Mentalität keinen Vorwurf machen. In der Abstiegsrunde gibt es keinen Schönheitspreis, da geht alles über den Kampf. Wir haben es wieder mal versäumt, frühzeitig den Sack zuzumachen.“
Brill sieht die Mannschaft wie Impertro trotz des ersten Tabellenplatzes in der Abstiegsrunde die Mannschaft noch nicht aller Abstiegssorgen ledig. „Wir haben zwar sieben Punkte Vorsprung vor dem Fünftplatzierten, aber es sind auch noch sieben Spiele“, warnt der Coach. Dabei rechnet er aufgrund der Konstellation in der Regionalliga, dass acht Oberligisten absteigen werden. „Wir brauchen mindestens noch zwei Siege“, betont er. Dass dies möglich ist, unterstreicht Kebernik. „Ich bin mir sicher, dass wir die nötigen Punkte holen werden. Wir wissen alle, um was es hier geht. Jeder von uns will auch in der kommenden Saison in der Oberliga spielen.“