Meinung
Dezernentenwahl in Ludwigshafen: Warnschuss für Guthier
Zweifellos kennt David Guthier das politische Geschäft, hat in jungen Jahren schon viel Erfahrung gesammelt, wichtige Netzwerke geknüpft – und auch Erfolge vorzuweisen. Als Speerspitze der Fraktion war er stets ein Wortführer der SPD im Stadtrat und scheute keine Konfrontation. Er wurde respektiert, nicht unbedingt gemocht. Auch in den eigenen Reihen gibt es Kritiker, die sich von einem Partei- und Fraktionschef mehr Empathie, mehr organisatorisches Geschick und verlässlichere Informationen gewünscht hätten. Führungsaufgaben, die er nun aufgibt. Dass er eine OB-Kandidatur, wenn auch aus nachvollziehbaren Gründen, ausgeschlagen hat, nehmen ihm wohl auch einige Genossen übel. Zumal man ein Dezernat mit 350 Mitarbeitern auch nicht nebenbei managen kann. Im Stadtrat jedenfalls sind relativ viele skeptisch, ob Guthier Beigeordneter kann. 19 Nein-Stimmen kann man nicht einfach wegwischen. Das ist eine Hypothek zum Start. Seine etwas trotzige Reaktion zeigt, dass Guthier noch lernen muss, einen solchen Warnschuss als Ansporn zu werten – und nicht als Majestätsbeleidigung. Im Stadtvorstand gibt sowieso der OB den Ton an.
