Ludwigshafen Der Ausmarsch der Tramps

Dannstadt-Schauernheim. Die Daschauer Tramps sind Schlusspunkt jeder Sitzung des Carnevalsvereins Die Daschauer und begeistern seit 33 Jahren das Publikum mit ihren Liedern. Otto Kolb und die beiden Brüder Michael und Wolfgang Herty treten nun zum letzten Mal als Trio auf.
„Amanda, nimm die Hand da weg, Amanda, lass das sein!“ Diese Zeilen fordert das Publikum oft schon, bevor die Daschauer Tramps richtig losgelegt haben. Doch nach dieser Kampagne ist Schluss mit Amanda und ihrer Problem-Hand. „Es hat immer viel Spaß gemacht, aber irgendwann muss Schluss sein“, sagt Wolfgang Herty, der bei den Tramps mit der Trommel den Rhythmus vorgibt. „Mit dem Rollator will ich nicht auf die Bühne.“ Seit 33 Jahren tritt der 65-Jährige immerhin schon mit seinem Bruder Michael (67, Schellen) und Otto Kolb (70, Akkorden) als Daschauer Tramps auf. Da scheint die Schnapszahl perfekt zu passen, um den Schlusspunkt zu setzen. Dass der Carnevalsverein „Die Daschauer“ just in dieser Kampagne sein 44-Jähriges feiert, sei ein nettes Tüpfelchen auf dem Abschieds-I, findet Daschauer-Vorsitzender Michael Herty. Die Musikeinlagen der drei Herren werden auf der Bühne fehlen, das wird schnell deutlich, als sie die „Amanda“ anstimmen. Da merkt der Zuhörer das geübte Zusammenspiel und die Lust am Singen. Aber irgendwann, erzählt Wolfgang Herty, ja, irgendwann spielen die Stimmbänder nicht mehr so richtig mit. Schließlich seien die ordentlich gefordert bei den Auftritten. Wenn das Publikum richtig mitgeht, werden die Tramps schließlich ebenfalls lauter. Ein bisschen ruhiger sind die Herren, die sich namentlich an die „Tramps vun de Palz“ angelehnt haben, in den vergangenen Jahren eh schon geworden. Denn mittlerweile treten sie in der Regel nur noch bei den Sitzungen der Daschauer auf. Früher, erzählt Otto Kolb, waren sie im Odenwald und bis nach Pforzheim unterwegs mit ihrer Musik. „Wir hatten sogar einmal eine Einladung nach Kiel“, sagt er. „Aber die haben wir nicht angenommen.“ Im Blaumann mit Ringelhemd und Hut stehen die drei Männer an der Fasnacht auf der Bühne. Dass es soweit kam, ist den Homburger „Rummelbumsern“ geschuldet, die früher bei den Daschauern gespielt haben. „Sie hatten irgendwann parallel Veranstaltungen und konnten nicht mehr kommen“, erinnert sich Otto Kolb. „Wir haben uns dann gesagt, dass wir selbst was machen“, fügt Wolfgang Herty an. Und so haben sie in der Kampagne 1982/83 zum ersten Mal als Trio gespielt. Den ersten Auftritten hatten sie jedoch nicht in der Heimat, sondern in Waldkatzenbach im Neckar-Odenwald-Kreis. „Wir mussten ja schauen, wie wir ankommen“, sagt Otto Kolb und lacht. „Die wollten uns nicht von der Bühne lassen.“ Also stand auch dem Auftritt in Dannstadt-Schauernheim nichts mehr im Wege. Ihre Stimmungslieder, zu denen „Hier am Rhein geht die Sonne nicht unter“ und „Einmal am Rhein“ zählen, kommen bis heute gut an. Und fehlen darf neben „Amanda“, die sie von den „Rummelbumsern“ übernommen haben, natürlich auch der Hit der Gemeinde nicht: „De Dannstadter Gutselstand“. „Damit gehen wir immer von der Bühne runter“, sagt Wolfgang Herty. Er und seine Mitstreiter denken gerne an die Auftritte der vergangenen Jahrzehnte zurück. „Wir haben wenig bei richtig großen Veranstaltungen gespielt“, sagt Wolfgang Herty. Die kleinen Sitzungen seien einfach emotionaler. Besonders die Sozialsitzungen. „Da haben wir immer viel zurückbekommen“, sagt Michael Herty und erzählt von Sitzungen für Behinderte, an die er sich besonders gern erinnert. „Die Augen haben richtig gestrahlt“, fügt sein Bruder an. Das ist ihnen auch für ihre Abschieds-Auftritte am 6. und 8. Februar zu wünschen, schließlich hatten sie selbst immer viel Spaß auf der Bühne, betont Wolfgang Herty. Und wenn die Daschauer Tramps am Rosenmontag bei der Privatbrauerei Gebrüder Mayer in Ludwigshafen zum letzten Mal zu hören sind, ertönt garantiert auch wieder: „Amanda, nimm die Hand da weg, Amanda, lass das sein!“ Termin —Samstag, 6. Februar, 19.11 Uhr, Prunksitzung Daschauer, Zentrum Alte Schule, Dannstadt. —Rosenmontag, 8. Februar, 14.33 Uhr, Mayer Bräu, Schillerstraße 8, Ludwigshafen.