Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Damen der VTV Mundenheim gewinnen umkämpftes Derby gegen Ketsch/Friesenheim

Die starke Marlis Mader von den VTV Mundenheim trifft im Derby gegen die FSG Ketsch/Friesenheim.
Die starke Marlis Mader von den VTV Mundenheim trifft im Derby gegen die FSG Ketsch/Friesenheim.

In einem hochspannenden Oberliga-Lokalderby rangen die Damen der VTV Mundenheim die FSG Ketsch-Friesenheim mit 29:26 (12:11) nieder und verschafften sich so nicht nur Luft zum Tabellenende, sondern revanchierten sich damit auch für die deutliche 22:40-Niederlage im Hinspiel. Unverdient war der Sieg gegen den Tabellendritten nicht.

Die Schlussphase passte gleich in mehrfacher Hinsicht zum Spiel. So waren die Ketsch-Friesenheimerinnen über die volle Spielzeit einem Rückstand hinterhergelaufen, schafften insgesamt neun Mal den Ausgleich – zuletzt mit dem 24:24 (54.) durch Mona Kuczaty, mit sechs Treffern auch erfolgreichste FSG-Werferin. Immer wieder legten aber die VTV vor. Und auch das passend zum Spielverlauf, denn in der Endphase trafen Sandra Reis (9) und Marlis Mader (7/4) jeweils dreifach – auf die beiden Mundenheimerinnen bekam die Gästeabwehr nie Zugriff. Mit der Serie von Reis ging es vom 24:23 (53.) bis zum 26:24 (55.) und Mader war für die Treffer 27 bis 29 zuständig und setzte damit vier Sekunden vor dem Ende auch den umjubelten Schlusspunkt eines echten Derbys.

VTV-Trainer Engert hört nach Saison auf

Für VTV-Trainer Thorsten Engert wird es vorerst das letzte Derby gewesen sein. Der Trainer nutzte die Gelegenheit, kündigte seinen Rückzug zum Saisonende an. „Die Familie hat jetzt lange genug zurückgesteckt.“ Um so mehr freute er sich über das Abschiedsgeschenk seiner Mannschaft, die genau den Kampfgeist zeigte, der in einem Spiel gegen Lokalrivalen erwartet wird.

„Mundenheim hat alles gegeben. Sie waren immer aggressiver“, bilanzierte Eyub Erden. Der FSG-Trainer zollte dem Sieger den verdienten Respekt. Er konnte die Niederlage auch einigermaßen gelassen wegstecken. Das Rennen um die Meisterschaft war schließlich schon vor dieser Nachholpartie entschieden. „So können wir aus dieser Begegnung lernen.“ Und Lernpotenzial gab es reichlich.

FSG mit fünf A-Jugendlichen

Immerhin war die FSG mit einer ganz jungen Truppe angetreten. Eine Tatsache, die Erden nur am Rande erwähnte. „Wir haben dieses Spiel verlegt, weil Mundenheim zum eigentlichen Termin zu viele Verletzte hatte. Leider hatten heute wir fünf kranke oder verletzte Spielerinnen und sind mit fünf A-Jugendlichen angetreten“, erklärte er. Gerade Spielmacherin Lara Schneider oder Universaltalent Angelina Schreyer hätten seiner Mannschaft gut getan. Von der Langzeitverletzten Maike Freytag ganz abgesehen. So lebte die FSG im Angriff vor allem von genialen Momenten durch Rebecca Brecht (4/1), ansonsten fehlten Tempospiel und Sicherheit.

Das sah bei Mundenheim wesentlich besser aus. Immer wieder legten die VTV vor und hatten vor allem in Selina Hofmann (zwölf Paraden) einen Rückhalt. Sie hielt die wichtigen Bälle. Beispielsweise den Konter von Jasmin Jung (25.) oder den Versuch von Charlotte Lohr eine Minute vor dem Ende, als die FSG alles auf eine Karte gesetzt hatte.

Deshalb jubelten am Ende die Gastgeberinnen. „Gerade nach dieser Durststrecke war das ein sehr schöner Erfolg“, bilanzierte Engert, der die starke Abwehr und die perfekte Einstellung seiner ganzen Mannschaft lobte. „In Sachen Kampf und Wille war das heute enorm!“

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