Ludwigshafen Coaching-Zone für die „dritte Halbzeit“

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Wissen Sie, liebe Leser, was eine Coaching-Zone ist? Wer sich mit dem Fußball beschäftigt, dem ist der Begriff längst geläufig. Gemeint ist damit ein abgegrenzter Raum außerhalb des Spielfelds, in dem sich Trainer, Betreuer und Ersatzspieler aufhalten dürfen. Der rechteckige Bereich vor der Trainerbank ist meist mit Begrenzungslinien markiert und wurde eingeführt, um „Ausflüge“ gar zu impulsiver Trainer einzudämmen. Im Profifußball ist sogar festgelegt, wie viele Personen sich in dieser Zone aufhalten dürfen. Seit einigen Jahren gibt es die Coaching-Zone auch im oberen Amateurbereich. Auf der Bezirkssportanlage Rheingönheim, wo der Oberligist FC Arminia Ludwigshafen spielt – zumindest dann, wenn es die Platzverhältnisse auf dem Rasen zulassen – gibt es eine solche und manch ein Schieds- oder Linienrichter achtet penibel und unter Androhung von Strafe darauf, dass die Trainer diesen Bereich nicht verlassen. Und so kurios es klingt, die weißen Kreidestriche wirken. Unwillkürlich halten die Trainer inne, wenn sie den Bereich zu verlassen drohen – meistens jedenfalls. Eine Geldbuße zu zahlen, nur weil man eine Linie überschritten hat, muss ja nun wirklich nicht sein. Seit Kurzem gibt es auf besagter Bezirkssportanlage noch eine weitere Coaching-Zone, zumindest sieht es so aus. Auf dem asphaltierten Weg zwischen Clubhaus und Aschenbahn hat Wirt Christos Kolousiou Tische und Bänke aufgestellt, um seine Gäste bei schönem Wetter auch im Freien bewirten zu können, was prinzipiell eine gute Idee ist. Doch was sich problemlos anhört, scheint so einfach nicht zu sein. Denn seit ein paar Wochen gibt es dort mit weißer Farbe angebrachte Markierungen, die optisch an eine Coaching-Zone erinnern. Ob der Gast, ähnlich wie ein Trainer, den markierten Bereich nicht verlassen darf? Zumindest so lange nicht, bis ein passabler Umsatz getätigt ist? Das wäre ja ein cleveres Gastro-Modell. Oder ob der Platz im Freien für den Trainer und seine Familie reserviert ist, damit der Coach sich beim Essen heimisch fühlt? Eher unwahrscheinlich. Jedenfalls hat die von Arminia-Seite zunächst verdächtigte Stadtverwaltung mit den weißen Strichen nichts tun. Aus dem Rathaus heißt es auf Anfrage: „Von uns wurden keine Markierungen angebracht.“ Arminia-Vorsitzender Alfred Schaar hat recherchiert und kann nun Licht ins Dunkel bringen. Demnach habe der Wirt eine Genehmigung für den Ausschank im Freien gebraucht. Die habe er zwar bekommen, allerdings mit der Einschränkung, dass er nur eine Fläche von 20 Quadratmetern nutzen kann. Also hat der gute Mann sich Farbe und Pinsel besorgt, 20 Quadratmeter abgemessen und die Markierung selbst angebracht, was die Vereinsoberen nicht wussten. Bleibt die Frage, wer Zuwiderhandlungen überwacht. Ein Vorschlag: Schiedsrichter haben in den vergangenen Jahren immer mehr Aufgaben übertragen bekommen. Deshalb könnte doch der Unparteiische ein Auge auf die kulinarische Coaching-Zone werfen – in der „dritten Halbzeit“.

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