Ludwigshafen
Brunckstraße: Sperrung von Rad- und Fußweg hat ein Ende
Leser haben sich bei der RHEINPFALZ beschwert, dass der Rad- und Fußweg in nördliche Richtung schon seit März dieses Jahres komplett gesperrt ist. Ein Schild an der Aweta-Kurve weist auf eine 800 Meter lange Umleitung über den Friesenheimer Ruthenplatz hin. Das Bauende wird mit November 2027 angegeben. Einigen Radfahrenden dauert der sichere Umweg aber offenbar zu lang. Sie benutzten einfach als „Geisterfahrer“ den stadteinwärts führenden Radweg auf der gegenüberliegenden Seite der Brunckstraße. Selbst große Verbotsschilder dort hatten auf Uneinsichtige nicht den gewünschten Effekt.
Seit einiger Zeit hat sich die Sperrung des Radwegs sogar noch verlängert. Sie beginnt nun bereits ab der Karl-Müller-Straße in Höhe des BASF-Besucherzentrums. Das bedeute einen Umweg von 1,5 Kilometer, berichtet RHEINPFALZ-Leser Clemens Drapal. Neben dem Ärger über den Umweg zeigt sich der Leser, der die Strecke aus beruflichen Gründen regelmäßig nutzt, angesichts der Gefährlichkeit der „Geisterradler“ in der Brunckstraße auch um die Sicherheit der Radfahrenden besorgt.
Aufleitung für Radler auf Brunckstraße?
Einen tödlichen Unfall aufgrund einer ähnlichen Situation habe es kürzlich in Mannheim gegeben, erinnert Drapal. Einer 70-jährigen Radlerin sei auf der BBC-Brücke ein „Geisterradler“ entgegengekommen, aufgrund der Sichtbehinderung durch wucherndes Buschwerk stießen die beiden frontal zusammen. Die Frau erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Einen schmalen, unübersichtlichen Radweg mit Buschwerk gebe es auch entlang der Brunckstraße, warnt der Leser.
Als „gute Lösung“ schlägt er vor, schon vor der Aweta-Kurve Autofahrer durch ein Schild mit dem Hinweis „Achtung Fahrradverkehr“ vorzubereiten und danach eine Aufleitung für Radfahrende auf die Brunckstraße herzustellen. Doch bei der Stadtverwaltung stößt dieser Vorschlag nicht auf Gegenliebe, wie eine Nachfrage der RHEINPFALZ ergibt. Die Verkehrsbehörde habe durch eigene Beobachtungen zu verschiedenen Tageszeiten festgestellt, dass sich Radfahrende nicht an die Anordnung der Umleitung halten, heißt es dort weiter. Es werde trotz Verbots auf den Radstreifen der gegenüberliegenden Seite ausgewichen, erklärt die Behörde übereinstimmend mit Drapal. Dieses Verhalten sei unverantwortlich und habe bereits zu zwei der Stadtverwaltung bekannten Unfällen zwischen Radfahrern geführt.
„Freigabe einzige Lösung“
„Als Straßenverkehrsbehörde werden wir den verantwortungslosen Zustand nicht weiter dulden und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer wieder herstellen“, kündigt ein Stadtsprecher an. „Als einzige Lösung sehen wir die Freigabe des ursprünglichen Geh- und Radwegs“, heißt es. Konkret werde der Geh- und Fahrradstreifen ab der Aweta-Kurve wieder dem öffentlichen Verkehrsraum zugeteilt und der Bauherr, also die BASF, verpflichtet, den eingerichteten Bauzaun entsprechend zurückzuversetzen. Dieser habe sich damit einverstanden erklärt. Die Sperrung ab Höhe Besucherzentrum diene einer Kanalschachtsanierung, die bis zum Montag beendet sein sollte.