Ludwigshafen Briefe an die Lokalredaktion:

Die Diskrepanz zwischen den Parteien im Gemeinderat Fußgönheim ist ja nun schon seit längerer Zeit unübersehbar, doch ist man mittlerweile an einem Punkt angekommen, wo es ja schon richtig peinlich wird, wenn nicht sogar schon ist. Nach dem Motto „Wir sind dafür, dass wir dagegen sind“ streiten sich die „Parteien“ im Gemeinderat über die Gründung einer Stiftung zum Wohle … Ja bitteschön, von wem denn? Ist es nicht eher so, dass wenn die SPD dafür ist, dann sind die FWG und CDU dagegen und umgekehrt. Kann man denn hier überhaupt noch von einem funktionierenden Gemeinderat reden oder geht es nur noch darum, dass die einzelnen Parteien ihre Projekte durchboxen wollen, egal ob es Sinn macht oder nicht. Ich jedenfalls fühle mich von diesem Gemeinderat nicht mehr gut vertreten. SPD-Fraktionssprecher Holger Scharff verteidigt in seiner Stellungnahme Ortsvorsteherin Anke Simon. Grundsätzlich lobenswert, dass die SPD-Connection zusammenhält. Allerdings war Herr Scharff in dem Leserbrief weder angesprochen noch war seine Meinung gefragt. Meine Aufforderung zur Ausübung der Ortsvorsteherfunktion – und zwar mit vollem Einsatz (der keinesfalls erkennbar ist) – entspringt der Hoffnung einer Verbesserung der Situation in Mundenheim. Dieses Engagement als Ortsvorsteherin ist von Frau Simon, seit sie Landtagsabgeordnete ist, nicht mehr erkennbar. Sicher ist die Aufwandsentschädigung als Ortsvorsteherin willkommen, jedoch ist überlegenswert, ob ich als Abgeordnete für diese Entschädigung noch die adäquate Gegenleistung erbringe und meinen Stadtteil entsprechend vertrete. Üblich ist, kritisierte Personen beziehen persönlich Stellung und liefern Gegenargumente, beziehungsweise entkräftet die Aussagen. Bis dato hat Frau Simon keine Reaktion gezeigt. Das lässt vermuten, dass sie die Probleme Mundenheims zwar kennt, aber die Funktion der Ortsvorsteherin hinter dem Engagement als Abgeordnete zurückstehen muss. (…) Sehr geehrter Goldschmitt, Ihr in der RHEINPFALZ erschienener „Artikel“ zur Neckarstadt-West ist sehr erstaunlich, zeigt er doch auf, dass aus manchem, sich als Journalist bezeichnender Person auch ein Drehbuchautor mit Potenzial hätte werden können beziehungsweise verloren gegangen ist. Fakten, Aussagen und eigene Interpretationen werden so schnell zu einem wunderbaren Plot für ein Sozialdrama, einen neuen Ludwigshafen-„Tatort“ – von denen ja einige Szenen immer gerne in der Neckarstadt-West gedreht werden – oder einen Thriller. Auch für eine Satire wäre ein derartiges Werk zu verwenden, wenn die jeweils verfassende Person den Plot mit einer unverhofft komischen Situation persifliert. Was die Fakten Ihres Artikels betrifft, wäre eine detailliertere Faktenanalyse für eine Bestandaufnahme sicher besser gewesen. Wenn Sie schreiben, dass mehr als zwei Drittel aller Neckarstädter Migranten sind, sprechen Sie von circa 66,9 Prozent der Menschen, wobei Sie hierbei verkennen, dass von denen circa 25 Prozent die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Und Sie werden es nicht glauben: über 25 Prozent sind in Mannheim geboren! Sie schreiben, dass „Türken, Polen und Bulgaren das Gros“ stellen – genau genommen stellen diese drei Bevölkerungsgruppen circa 31 Prozent der Bewohnerschaft, 33 Prozent sind sogenannte Bio-Deutsche. Darüber hinaus schreiben Sie: „Und dann die Arbeitslosigkeit: Nur 40 Prozent der 16.000 Arbeitsfähigen haben einen Job“ – eine wahrhaftige Erkenntnis könnten Sie generieren, wenn Sie diese Zahl im Kontext des Arbeitslosenquotienten von 6,6 Prozent stellen und auch darauf hinweisen würden, dass Sie mal einfach alle Menschen im Alter von 15 bis 65 als arbeitsfähig bezeichnet haben. Übrigens hilft Ihnen bei der Analyse eventuell auch, dass der Stadtteil mit der Jüngste in Mannheim ist, Durchschnittsalter: 37,5 Jahre. Nun ja, manchmal scheint Wahrnehmung aber auch einfach nur durch Filmplots geprägt zu sein, und so freue ich mich bereits jetzt auf Ihren nächsten … was auch immer