Ludwigshafen Brücken statt Mauern bauen

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Das ökumenische Jahreskonzert in Dannstadt-Schauernheim erinnerte am vergangenen Sonntag unter dem Motto „Singend Brücken bauen“ daran, dass jeder Mensch Brücken schlagen kann und auch Brücken braucht, die zu ihm geschlagen werden. Auch der Gesang ist eine Brücke, wie die volle katholische Kirche St. Michael bewiesen hat. Die sechs geistlichen Chöre haben im Konzert musikalische Brücken zu ihren Zuhörern gebaut.

Eröffnet wurde das Ökumenische Jahreskonzert nach dem gemeinsamen Lied „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ durch den Protestantischen Kirchenchor Dannstadt. Er sang „Hosianna, gelobet sei der da kommt“ und „In der Mitte der Nacht“. Die Singgruppe „Lichtblicke“ präsentierte das Taizé-Lied „Jubilate, servite“, sowie „Credo“ und „And the angels sang“. Der Katholische Kirchenchor bot Traditionelles wie „Sei stille dem Herrn“, „Dank sei dir, Herr“ und „Festgesang“. Er rahmte den Auftritt von Flora Braun (Geige) und Petra Reith (Klavier) ein, die zusammen „Méditation from Thais“ spielten. Der Gospelchor Coloured Voices trug Lieder vor, die schon im Titel das Thema Brücke widerspiegeln: „Bridge over troubled water“ und „Über sieben Brücken musst du gehen“. Das Traditional „The water is wide“ punktete mit einem Solo von Chorleiter Volker Gütermann. Der Frauenchor Vokal Spezial trug Nachdenkliches mit „From a distance“ und „Can you hear me“ vor. Der Evangelische Singkreis Schauernheim, ebenfalls ein Frauenchor, bot „Psalm 23“ und „Hebe deine Augen auf“ dar. Beide Frauenchöre sangen zusammen „Für die Schönheit dieser Welt“. Im gemeinsamen Abschlusslied ging es wieder ausdrücklich um Brücken: „Mit Jesus Brücken bauen“ können alle Christen. Vertieft wurde das Konzert durch mehrere Meditationen, die das Thema „Brücke“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten. Der Leitfaden des katholischen Bistums Speyer und der Evangelischen Kirche der Pfalz sei so eine Brücke. Nur wenn das Verhältnis der Kirchen untereinander mit dem Geist der Ökumene durchdrungen sei, könne man als Christ glaubwürdig bleiben, heißt es im Vorwort des Leitfadens. „Eine Geschichte vom Brückenbauen“ erzählt von Vater und Sohn, deren Verhältnis anfangs gut war, dann aber durch ein Missverständnis immer zerrütteter wird. Schließlich will der Sohn eine Mauer bauen lassen. Aber der Arbeiter baut statt der Mauer eine Brücke, über die der Vater kommen und sich mit seinem Sohn versöhnen kann. Brücken ebnen den Weg, verbinden Ufer und Menschen. Brücken schütten Gräben zwar nicht zu und erkennen Trennendes an, ermöglichen aber Begegnung. Brücken werden zerstört durch Menschen, Staaten, Religionen, was im schlimmsten Fall zu Krieg, Vertreibung und Völkermord führt. Doch schon ein Lächeln kann einen kleine Brücke bauen, ein Händedruck oder eine kleine Aufmerksamkeit, vor allem aber die Liebe. In diesem Zusammenhang erinnerte das Schlusswort des Konzerts an Sabine Krienke, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, aus Kirchheim an der Weinstraße. Sie starb vergangenes Jahr durch einen Unfall. Die Spenden des Konzerts gehen an ihren Verein „Kalkutta Hilfe“. (udn)

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