Ludwigshafen Bliesfestival: Kritik an geplanter Neuauflage

Rund 1700 Techno-Fans kamen bei der Premiere.
Rund 1700 Techno-Fans kamen bei der Premiere.

An einer Neuauflage des Bliesfestivals entzündet sich Kritik. Sowohl die Linksfraktion als auch ein Anglerverein fordern, dass es im Sommer keine Neuauflage der Techno-Veranstaltung in dem Landschaftsschutzgebiet geben dürfe.

Das Festival hatte im vergangenen Sommer Premiere gefeiert und 1700 Besucher angelockt. Anwohner hatten zuvor vergebens versucht, die Veranstaltung gerichtlich zu verhindern. Sie hielten den Lärm für unzumutbar. Doch die Genehmigungsbehörde verwies auf Auflagen für die Veranstalter. Auch im Nachgang gab es Ärger, weil der Sohn von Kulturdezernentin Cornelia Reifenbergs (CDU) indirekt einen Bezug zur Organisation des Festivals hatte. Dies sorgte für Kritik der Politik, die Bürgermeisterin geriet mächtig unter Druck. Zudem trat die Stadt als Veranstalter und Geldgeber auf. In diesem Jahr soll das Blies-Festival keine städtische Veranstaltung mehr sein, kündigte Reifenberg im Kulturausschuss an. Es sei aber ein städtischer Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro vorgesehen, lautete die Planung im November.

Nachdem die Finanzaufsichtsbehörde ADD jedoch den städtischen Haushalt 2022 nicht genehmigt hat, liegen Ausgaben für Kulturveranstaltungen derzeit auf Eis. Dies betreffe auch das Bliesfestival, sagte Kämmerer Andreas Schwarz (SPD) im Februar im Zusammenhang mit der aktuellen Finanzlage der Stadt.

Alternative Standorte vorgeschlagen

Nun hat sich die Linksfraktion gemeldet und führt Naturschutzgründe gegen die Techno-Veranstaltung an. Eine Rave-Festival sei mit Blick auf Fauna und Flora im Landschaftsgebiet an der Großen Blies nicht hinnehmbar. Auch die Sperrung zweier Rundwege wegen der Veranstaltung sei nicht akzeptabel. Im Stadtgebiet existierten ausreichend Freiflächen, die besser für Rave-Techno-Musik geeignet seien, wie zum Beispiel der Parkplatz der Eberthalle, der Bahnhofsvorplatz, der Berliner Platz oder der große BASF-Parkplatz im Hemshof, schlägt Linken-Sprecher Bernhard Wadle-Rohe vor.

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