Ludwigshafen Bisher 12 000 Euro für Shpetim Bulari
Als Kind stürzte Shpetim Bulari in eine Starkstromleitung. Beide Arme verschmorten. Die Ökumenische Fördergemeinschaft und die „Street Docs“ haben im Dezember einen Spendenaufruf gestartet (wir berichteten), um den Familienvater mit Prothesen zu versorgen. Knapp 12.000 Euro sind schon gespendet worden – rund 150.000 Euro werden jedoch benötigt.
Shpetim Bulari lebt seit einem knappen Jahr mit seiner Frau Blerina Bulari (33) und den beiden zwei und sieben Jahre alten Töchtern im Rheingönheimer Rampenweg. Er kommt aus Albanien und entschied sich wegen der schlechten medizinischen Versorgung und weil es dort keine Prothesen für ihn gibt, seine Heimat zu verlassen und nach Deutschland zu kommen. „Mein größter Wunsch ist es, einmal meine Töchter in den Arm nehmen zu können“, sagt der groß gewachsene Mann. Auch den Alltag möchte er endlich alleine meistern, denn Dinge wie das Trinken eines Glas Wasser, das Öffnen einer Tür oder den Gang zur Toilette kann er nur mit Unterstützung bewältigen. Über den Straßensozialarbeiter Robert Azari wurde Johannes Hucke von der Ökumenischen Fördergemeinschaft auf das Schicksal des jungen Mannes aufmerksam, schaltete die Mediziner-Hilfe „Street Docs“ ein und startete einen Spendenaufruf. Denn mit der Versorgung von Shpetim Bulari mit Prothesen sind große Kosten verbunden. 180.000 Euro standen zunächst im Raum. Eine Summe, die von Ärzten in der Orthopädischen Klinik der Uni Heidelberg genannt wurde. Mittlerweile hat sich der 33-Jährige bei verschiedenen Spezialisten vorgestellt. Die gute Nachricht: Es ist medizinisch und technisch möglich, Shpetim Bulari mit Armprothesen zu versorgen. „Der Plan ist, einen Arm mit einer vollfunktionsfähigen Prothese, die Greif- und Haltefunktionen hat, auszustatten. Der andere Arm soll eine minder mechanisierte, minder technische Prothese bekommen“, schildert Peter Uebel von den „Street Docs“ den Stand der Dinge. Die schlechte Nachricht: Die Kosten belaufen sich auf 150.000 Euro. Seit dem RHEINPFALZ-Aufruf sind knapp 12.000 Euro gespendet worden, wie Johannes Hucke berichtet. „Einerseits fantastisch“, freut er sich, „doch andererseits fehlt noch viel Geld.“ Daher haben die Ökumenische Fördergemeinschaft und die „Street Docs“ „alle Register gezogen“, wie Peter Uebel sagt, um weitere Spenden aufzutreiben. So wurden unter anderem Radio- und Fernsehsender angeschrieben. SWR 4 hat bereits mit einer Radioreportage berichtet. Momentan prüfe RTL, ob sich der Sender der Sache annehme, so der Internist. Alle, die sich für Shpetim Bulari einsetzen, hoffen außerdem, dass er in Deutschland bleiben darf. Da er aus Albanien, also einem sogenannten sicheren Herkunftsland, kommt, ist sein Asylantrag abgelehnt worden. Ende Januar läuft seine Duldung aus. „Wir rechnen nicht damit, dass er ausgewiesen wird. Doch wenn, dann müssen wir politisch agieren“, sagt Peter Uebel. (rad) Spendenkonto Ökumenische Fördergemeinschaft Ludwigshafen, Stichwort „Prothesen“, IBAN DE94 5455 0010 0000 0008 36, BIC LUHSDE6AXXX.