Fußball Bezirksliga: TuS Altrip hat im zweiten Jahr neue Ambitionen
In der ersten Saison nach dem Aufstieg in die Bezirksliga hat der TuS Altrip mit starken Leistungen überzeugt, die zum sechsten Tabellenplatz in der Abschlusstabelle führten. Darauf ausruhen? Nein. Den Erfolg genießen? Ja, aber nur kurz. Der Blick des ehrgeizigen Trainers Dirk Warnecker geht schon lange in Richtung der neuen Spielzeit. Und da Stillstand in der Regel Rückschritt bedeutet, haben die Altriper die Mannschaft verstärkt, um noch besser zu performen als in der vergangenen Runde. „Das ist eine sehr interessante Liga, mit vielen Derbys und guten Gegnern. Sich hier zu behaupten, das dürfte noch ein bisschen schwieriger werden als zuletzt“, prognostiziert Warnecker.
Der TuS darf dennoch optimistisch in die Zukunft blicken, denn von den Akteuren, die zum Stamm zu zählen, hat fast keiner die Altriper verlassen. „Torwart Maximilian Stupp beginnt in den USA ein Auslandsstudium, Deniz Tancredi spielt wegen seines Schichtdienstes nur noch in der zweiten Garnitur und Ali Zargomi muss aus privaten Gründen pausieren“, listet der 44-jährige Coach die Spieler auf, die nicht mehr zur Verfügung stehen. Hinzu kommt Routinier Matteo Monetta, der sich dem Ligarivalen Südwest Ludwigshafen angeschlossen hat, aber schon im März aus dem Kader ausgeschieden war. Alle Leistungsträger stehen weiter zur Verfügung, was hoffen lässt.
Königstransfer von der Arminia
Der Königstransfer ist sicherlich Lukas Kebernik, der vom FC Arminia Ludwigshafen kam, für den er 66 Oberligaspiele bestritt. In der U17-Bundesliga traf der heute 22-jährige Innenverteidiger mit dem Karlsruher SC einst auf einen gewissen Jamal Musiala. „Lukas kommt aus den benachbarten Otterstadt, wohnt dort und ist ein gestandener Oberligaspieler, der für die Bezirksliga überqualifiziert ist. Er war mein Wunschspieler“, sagt Warnecker. Mit seiner ausgeprägten Zweikampf- und Kopfballstärke sowie gutem Passspiel dürfte Kebernik gesetzt sein und für eine neue Konstellation in der Innenverteidigung sorgen.
Diese bildete bislang ein unterschiedliches Pärchen: Kapitän Nikolaos Matios (41) und das große Talent Julian Bleßmann (21). „Niko ist trotz seines Alters immer noch eine Bank, weil er eine fantastische Einstellung zu seinem Sport und viel Erfahrung hat. Außerdem geht er immer voran“, lobt der Übungsleiter. Und der vielseitige Bleßmann könne auch im Angriff auflaufen, weil er ein hohes Tempo mitbringe und aus vollem Lauf flanken könne. Vor allem aber kann man mit drei herausragenden zentralen Abwehrspielern auf Verletzungen, Erkrankungen oder Sperren reagieren und kommt nicht in Nöte.
Tabellenspitze im Visier
Vierter im Bunde ist der von der FG 08 Mutterstadt gekommene Julius Augustin (23), der aber ob des Überangebots auch auf der Sechserposition eingesetzt werden könnte. „Julius ist ein robuster Verteidiger, der mit dem VfB Haßloch und Mutterstadt jeweils in die Landesliga aufgestiegen ist“, verdeutlicht Warnecker. Eine Führungsrolle könnte auch der erfahrene Eleftherios Potsis (26) übernehmen, der viele Jahre für den LSC spielte, ehe er sich in diesem Jahr zum Wechsel nach Altrip entschlossen hat. „Er ist ein klassischer defensiver Mittelfeldspieler, ballsicher, lauffreudig, und einer der auch Kommandos gibt und so seinen Mitspielern hilft“, betont der Trainer.
Der auf den Außenbahnen variabel einsetzbare Arlind Jaupi, der jüngere Bruder von Altrips Allzweckwaffe Aleksander Jaupi, kommt vom ASV Speyer, spielte aber auch schon für Phönix Schifferstadt. Von dort wechselte auch der Offensivspieler Hasan Bulut nach Altrip. Alessio Gammella von den A-Junioren des JFV Ganerb ist eine Alternative auf der Position des Rechtsverteidigers, kann aber auch zentral vor der Abwehr agieren. Zuletzt wurde noch der in Altrip wohnende und auf beiden Flügeln verwendbare Amin Baghlani verpflichtet, was die Möglichkeiten im vorderen Bereich erhöht.
„Wir sind besser als in der vorigen Saison, weil wir breiter aufgestellt sind und mehr Klasse im ausgeglichen besetzten Kader haben“, ist Warnecker überzeugt. Erfreulich: Der in der ersten Begegnung nach der Winterpause schwer verletzte Mario Seckinger (35), ist wieder im Lauftraining. Er kam wegen zweier Blessuren nur auf 14 Einsätze und will jetzt noch einmal angreifen. Die Altriper werden in der Regel im 4-2-3-1-System auflaufen, aber eine Dreierkette ist ebenfalls möglich. „Auch deswegen, weil wir genügend Akteure haben, die die Rolle des Schienenspielers ausfüllen können“, erläutert der Coach. Ziel sei, besser abzuschneiden als im Vorjahr. Das heißt, sich im Dunstkreis der Aufstiegsplätze zu bewegen.