Buga MannheimRundgang über die Spielplätze auf der Bundesgartenschau
Auf dem Naturspielplatz der Buga Mannheim ist es durchaus erlaubt, sich dreckig zu machen.
Für viele Kinder ist das Spinelli-Gelände der Buga Mannheim ein richtiges Paradies. Bei den Spielmöglichkeiten sind die Veranstalter kreativ geworden.
„Wir brauchen für den Bau unserer Festung Steine und Lehm. Den Lehm haben sie uns grad geklaut und zwar grundlos.“ Es herrscht gerade dicke Luft auf dem Naturspielplatz „Bra(u)chland“, doch Yvonne di Natale greift nicht ein und lässt es die Schüler selbst ausdiskutieren. „Die Spielfläche funktioniert offen ohne Anleitung“, sagt die Sachgebietsleiterin der Jugendförderung Mannheim.
Im benachbarten „Spieleland“ gibt es hingegen jede Menge an Brett-, Karten- und Tischspielen sowie Bastelangebote für alle. Beide Spielflächen im Spinelli-Park sind temporäre Angebote des Spielmobils und ergänzen die Spielflächen, die auch nach der Buga Mannheim erhalten bleiben werden. „Auch der Naturspielplatz wäre ein Kandidat für den Weiterbestand, ob hier oder an anderer Stelle in Mannheim“, sagt di Natale. Erstmals werde ein solches Projekt auf einer Buga umgesetzt und anschließend bewertet, um zu sehen, ob und wie die Besucher nach Lust und Laune buddeln, formen, bauen und mit Spaten und Schubkarre selbst das „Bra(u)chland“ gestalten.
„Cool“, „klasse“, „spitze“
Hier können Kinder in Netzen klettern.
Mittlerweile haben die Jungs ihren Lehm zurückbekommen und bauen weiter. Hier wie auch auf den anderen Spielflächen entlang der Parkschale sind die Kinder nicht gerade in Plapperlaune, weil sie schlichtweg so beschäftigt sind mit klettern, rutschen, Wasserspielen und anderen Bewegungsangeboten. „Cool“, „klasse“, „spitze“ – so lauten die Antworten auf die Nachfrage, wie es ihnen denn so gefalle. „Durch Draufspringen löst man eine Wasserfontäne aus“, gibt es dann doch noch eine Erklärung, wie denn das feuchtfröhliche Vergnügen auf dem Wasserspielplatz funktioniert. Aber das sei doch eher was für die Kleineren. Der große Spielplatz sei hingegen „brutal“, also im Sinn von „brutal gut“. Denn dort könne man ganz toll klettern.
Gemeint ist die „Spielstation 03“, die aus mehreren Netzebenen und einer Steganlage besteht. Unterschiedliche Maschenweiten bieten unterschiedliche Bewegungsangebote wie hangeln, klettern und schaukeln. Lars, Jonas und Marco machen es vor und sind froh, dass verschiedene Segel sowie kleine „Nester“ Schatten spenden. Denn das ist nicht überall so.
Musikspielplatz nahe der Seilbahn
„Es ist ein tolles Gelände, und für jede Altersklasse ist was dabei. Aber es ist grad ziemlich heiß hier“, sagen die Erzieherinnen vom Kinderhaus Käfertal, die mit einer Gruppe in Höhe des Wasserspielplatzes Pause machen. Alles sei neu angelegt, die Bäume müssten halt noch wachsen. „Aber es ist toll, dass das Ganze auch über die Bundesgartenschau hinaus erhalten bleibt, gerade für uns, die wir es nicht weit haben“, sagen die Erzieherinnen.
Nicht weit entfernt von der Seilbahn-Station auf Feudenheimer Seite liegt der Musikspielplatz. Er ist für viele, die mit der Gondel vom Luisenpark herüberkommen, erste Anlaufstelle. „Einen solchen Spielplatz findet man sonst nicht“, sagt die Lehrerin einer vierten Grundschulklasse, die heute allerdings ohne ihre Schüler und dafür mit Schwester und Neffe dort unterwegs ist. Die geschwungene Form der Spielfläche nimmt die Gestalt eines Bass-Schlüssels auf. Die Sandeltische sind in Trommeloptik. Wenn Groß und Klein gemeinsam am Karussell die Handkurbeln drehen, bringen sie die dort angebrachten Windspiele in Bewegung, wovon an diesem frühen Mittag bereits rege Gebrauch gemacht wird.
Jeder Spielfläche haben die Landschaftsarchitekten ein Mannheimer Thema zugrundegelegt. Im Fall des Musikspielplatzes ist es die Ernennung der Stadt zur „Unesco City of Music“. „Spielstation 05“ greift mit ihren Rohren und dem übrigen Erscheinungsbild auf, dass Mannheim seit den 1960er-Jahren eines der größten Fernwärmenetze Europas hat. Bei „Vernetzung“ hatten die Planer die soziale, gesellschaftliche und kulturelle Vernetzung der Stadt sowie die Mannheimer Start-up-Szene und die Informationstechnologie im Sinn. Den Kindern ist das an diesem Tag ziemlich egal. Sie finden es einfach nur prima, dass sie so viele Bewegungsmöglichkeiten auf einmal vorfinden und auch die Spielplätze so anders aussehen als die, die sie sonst so kennen.
Alle Infos, Artikel und Geschichten zur Bundesgartenschau auf einen Blick!
Informationen zum Eintritt, den Dauerkarten oder der Anreise: Hier finden Sie alle Artikel zur Bundesgartenschau 2023 in Mannheim. Dazu gehören Fakten zur Seilbahn, ein Überblick über die Gastronomie und Erfahrungen der ersten Buga-Besucher. Außerdem erklären wir, wo Luisenpark und Spinelli-Park genau liegen, was auf der Bundesgartenschau erlaubt und verboten ist und berichten über Veranstaltungen und Events.
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