Ludwigshafen Berufsbildungszentrum: Kreishandwerkerschaft fordert Erhalt des Standorts LU

Das Berufsbildungs- und Technologiezentrum in der Karlsbader Straße in der Gartenstadt.
Das Berufsbildungs- und Technologiezentrum in der Karlsbader Straße in der Gartenstadt.

Die Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz befürwortet den Erhalt des bestehenden Berufsbildungszentrums in der Gartenstadt und lehnt einen Neubau in Neustadt zum jetzigen Zeitpunkt ab. Im Sommer war bekannt geworden, dass die Handwerkskammer der Pfalz den Standort Ludwigshafen aufgeben und in Neustadt eine Hochschule des Handwerks bauen will.

In den Reihen der Handwerkerschaft brodelt es: Von kontroversen Diskussionen auf der jüngsten Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz ist in einer Presseerklärung ebenso die Rede, wie von der Forderung an die Handwerkskammer, eine „offene und konstruktive Diskussion“ zu führen, die auf den „Prinzipien von Transparenz und Fairness basiert“.

Konkret geht es um die im Sommer verkündete Entscheidung der Kammer, dass das 1976 gebaute Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) in Ludwigshafen nicht modernisiert und erweitert werden soll, wie ursprünglich geplant, sondern zugunsten eines Neubaus in Neustadt geschlossen wird. Laut Handwerkskammer habe die Stadt Ludwigshafen kurzfristig keine Erweiterungsfläche anbieten können.

„Es mag sein, dass die Stadt Ludwigshafen zunächst keine geeigneten Grundstücke bereitstellen konnte“, teilt jetzt Jochen Heck als Hauptgeschäftsführer der vorderpfälzischen Kreishandwerkerschaft mit. Noch im Sommer habe die Stadt allerdings sehr zügig Erweiterungsoptionen am bestehenden Standort und sodann weitere Alternativgrundstücke zum Neubau in Ludwigshafen angeboten. „Der Vorstand der Kammer hat diese Alternativen inzwischen aber auch abgelehnt, weil alle nicht vergleichbar mit dem Grundstück in Neustadt seien und sich der Prozess verzögere“, berichtet Heck.

„Bestehender Standort erweiterungsfähig“

Zudem hat sich nach seinen Angaben der Beschluss der Vollversammlung am 29. Juni diesen Jahres entgegen der Pressemitteilungen der Handwerkskammer nicht auf den Bau eines neuen Berufsbildungszentrums in Neustadt, sondern ausschließlich auf den Kauf eines dortigen Grundstücks bezogen. „Der Grundstückskauf impliziert aber nicht die Schließung eines seit den 1070er-Jahren bestehenden und ständig erweiterten Berufsbildungszentrums in der größten Stadt der Pfalz“, so Heck. Und schon gar nicht sei damit der Neubau eines BTZ in der Höhe von 75 Millionen Euro beziehungsweise jetzt sogar schon 80 Millionen Euro beschlossen worden.

Vor diesem Hintergrund warnt Jochen Heck vor der Gefahr einer Spaltung des pfälzischen Handwerks und ruft zu einer sachlichen Prüfung aller Optionen auf. „Allein in Ludwigshafen sind es nach Zahlen der Kammer 471 Auszubildende. Ludwigshafen ist die zweitgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz, verkehrstechnisch gut eingebunden und mit der Nähe zu Mannheim wird ein Wirtschaftszentrum gebildet“, argumentiert der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Vorderpfalz gegen die Aufgabe des hiesigen Standorts.

Auch der Ressourcenverbrauch rechtfertigte es nicht, ein aus Sicht des vorderpfälzischen Handwerks funktionierendes Gebäude aufzugeben. „Der bestehende Standort ist sanierungs- und erweiterungsfähig“, betont Heck.

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