Ludwigshafen Aus „Engel’s“ wird „Sigma“

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Ein gutes Jahr nach dem Aus für das „Engel’s am Theater“ ist in das Restaurant am Theaterplatz in der Stadtmitte wieder Leben eingekehrt: Am Samstag hat Dimitrios Stavrou das griechische Lokal „Sigma“ eröffnet. Vor allem der zentrale Ort und die gute Verkehrsanbindung haben den Mannheimer von der Investition überzeugt.

Wie viel Geld er tatsächlich in die Hand genommen hat, um das beim Eintritt sofort auffallende helle und freundliche Ambiente zu schaffen – das möchte Stavrou nicht verraten. „Ich wollte dem Gebäude seinen alten Glanz zurückgeben“, sagt der 45-Jährige. So habe er beispielsweise die Fassade komplett renoviert, mit einer neuen Fensterfront für Transparenz und Licht sorgen wollen und einen großen Teil der Haustechnik erneuert. Drei oder viel Mal überstrichene alte Balken habe er freilegen und mit Ölfarbe lackiertes Holz tagelang abschleifen lassen, Lampen habe er in ganz Europa gekauft. Das Ergebnis ist eine Inneneinrichtung, die auf die Mischung zwischen Altem und Modernem setzt. Dabei ist Stavrou wichtig gewesen, das Klischee eines griechischen Lokals nicht zu erfüllen. Das heißt: keine Säulen, keine blau-weiße Dekoration, kein Metaxa-Teller. Nicht mal ein Ouzo nach dem Essen? Bei der Frage ist in Stavrous Blick eine gewisse Skepsis erkennbar. „Wenn Gäste unzufrieden waren, kann man ihnen zehn Ouzos schenken, und sie kommen nicht wieder. Ich möchte mich darauf nicht festlegen.“ Auf der Karte stehen neben Entrecôte, Lamm oder – immerhin – dem Mix-Teller auch Tagliatelle mit Pfifferlingrahmsauce oder Linguine mit Scampi. Auch der Name, den Stavrou seinem Restaurant gegeben hat, ist eher unkonventionell. „Sigma“ ist ein Buchstabe im griechischen Alphabet und der Anfangsbuchstabe seines Nachnamens. „,Akropolis’ oder ,Poseidon’ fand ich etwas abgedroschen“, sagt er. Und auch Korfu schied als Namenspate aus – auch wenn es die Insel ist, die seinem Heimatort in Griechenland am nächsten liegt. Dort, auf dem Festland gegenüber Korfus, betreibt seine Familie seit vielen Jahren ein Hotel. Er selbst ist so oft wie möglich dort – auch wenn er mehr als die Hälfte seines Lebens in Deutschland verbracht hat. 1985 kam er, um in Hannover zu studieren. Als ausgebildeter Hotelbetriebswirt verschlug es ihn anschließend nach Mannheim, wo er bis 2007 drei Restaurants betrieb und heute noch lebt. Zwischen dem Ende seiner Gastronomie-Karriere in der Quadratstadt und dem Neubeginn in Ludwigshafen liegen einige Jahre, in denen er noch einmal fest in Griechenland lebte. Vor der Investition in Ludwigshafen, erzählt er, hätten ihn einige Leute gewarnt. „Aber warum muss alles in Mannheim geschehen?“, kontert er und blickt über den Platz. „Ich denke, das hier ist ein guter Ort.“ Ein halbes Jahr Anlaufzeit, um sich einen Namen in der Stadt zu machen, hat er sich gegeben. Zunächst unterstützen Stavrou, der sein Lokal an sieben Tagen in der Woche von 11.30 bis 23.30 Uhr zu öffnen gedenkt, sechs Mitarbeiter. Seine drei Söhne im Alter von 20, 18 und 14 Jahren gehören nicht dazu. „Die sollen erst mal studieren“, sagt er, „und ihren eigenen Weg gehen.“ (heß)

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