Ludwigshafen Aufregender erster Tag
Großer Bahnhof für rund 900 junge Männer und Frauen. Sie sind gestern bei der BASF ins Berufsleben gestartet. Den ersten Erfolg konnten die neuen Auszubildenden dabei bereits feiern: „Wir hatten wieder rund 9000 Bewerbungen“, so Ausbildungsleiter Richard Hartmann. Es war also nicht ganz leicht, einen Job bei der BASF zu bekommen.
Die Ausgabe von Arbeitskleidung, ein Besuch beim Optiker und natürlich das Lichtbild für den Werksausweis. All das stand gestern unter anderem für Maximilian Schöneberger aus Frankenthal auf dem Programm. „Ich bin schon ziemlich aufgeregt“, räumte der 20-Jährige ein, der in den kommenden drei Jahren zum Industriemechaniker ausgebildet wird. Für seine Zukunft ist er jedoch zuversichtlich: „Ich glaube, mit einer Ausbildung hier hat man später gute Chancen.“ Das bestätigte nicht nur Richard Hartmann, sondern auch Betreuungsausbilder Sascha Schönlaub, der die Lehrlinge seit 2012 regelmäßig begleitet, Ansprechpartner für seine Gruppe von 14 angehenden Industriemechanikern ist. „Es ist immer spannend, was für eine Entwicklung die jungen Leute während dieser dreieinhalb Jahre nehmen.“ Nach wie vor stellen die Chemikanten mit 225 Personen die größte Gruppe der Berufsanfänger, 240 versuchen sich im gesamten Bereich der technischen Berufe. „Insgesamt haben wir wieder Auszubildende für rund 30 Berufsbilder“, erklärte Hartmann. 245 Jugendliche werden im Startprogramm des BASF-Ausbildungsverbunds auf den Berufseinstieg vorbereitet. Bereits im vierten Jahr erhalten spanische Jugendliche in Tarragona/Spanien und in Ludwigshafen eine duale Ausbildung, die der deutschen Ausbildung zum Chemikanten ähnelt. „Einen Teil der ersten Gruppe haben wir im Januar 2016 hier im Werk fest eingestellt“, berichtete Hartmann. Florian Findling hatte es nicht ganz so weit und pendelt vorerst aus Hochstadt bei Landau nach Ludwigshafen. „Eine Ausbildung hier lohnt sich auf jeden Fall“, ist er sich sicher. „Und Spaß macht es bestimmt außerdem.“ Sören Maltry aus Hettenleidelheim hat sogar schon einmal ins Werk geschnuppert: „Ich hatte hier ein einwöchiges Praktikum und mich danach für den Beruf entschieden.“ Er und alle anderen 900 haben das Bewerbungsverfahren erfolgreich durchlaufen. „Wir haben nach wie vor keine Probleme, unsere Plätze zu besetzen“, berichtete Hartmann. Im einjährigen Startprogramm des Ausbildungsverbunds sind allerdings 70 Plätze frei geblieben. Zumindest für die Jugendlichen aus erfreulichen Gründen: „Wir hatten 100 kurzfristige Absagen, weil die Jugendlichen doch noch einen Ausbildungsplatz gefunden haben.“ Und auch die Qualität der Bewerber habe gepasst. „Allerdings wissen wir auch, dass wir ein sehr begehrter Ausbildungsbetrieb sind“, schränkte er sein pauschales Lob an die Schulabgänger ein. Und die neue Bewerberrunde hat bereits im Mai begonnen. „Für rund 20 Prozent der Plätze für 2017 haben wir schon Zusagen verschickt“, verriet Beate Petry vom Ausbildungsmarketing des Chemiekonzerns.