Ludwigshafen Auf dem Weg des Abwassers

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„Nächstes Mal mache ich wieder eine historische Führung, aber ich wechsle gerne etwas ab. Und viele Menschen haben mich angesprochen, die gerne einmal auf das WBL-Gelände wollten, was ja sonst nicht möglich ist. Deshalb sind wir heute hier“, erklärte Heike Scharfenberger. Zwar sind das Regenüberlaufbecken und sein Pumpenhaus sogar von der Autobahn aus zu sehen, aber trotzdem umwehe ein kleines Geheimnis das ansonsten abgesperrte Gelände der Wirtschaftsbetriebe (WBL), zu dem schon die Zufahrt nicht ganz einfach ist. „Ein Regenüberlaufbecken? Hier? Bei uns? Nö, kenne ich nicht“ – selbst direkte Anwohner zeigten sich überrascht. Der ungewöhnliche Rundgang lüftete das Geheimnis. Deshalb übernahmen der technische WBL-Werkleiter Peter Lubenau und seine Mitarbeiter einen großen Teil der Führung, nahmen die Gäste mit auf den Weg des Wassers. „Alles Abwasser aus Ruchheim kommt hier vorbei. Und bei Regen laufen die beiden Becken voll und werden dann langsam zurück in die Kanalisation gepumpt“, berichteten Lubenau und sein Abteilungsleiter Arnold Raubach. „Ich habe heute erfahren, dass das Abwasser aus Ruchheim auf dem Weg in die Kläranlage praktisch bei mir vor der Haustür in der Pfingstweide vorbeikommt“, sagte Ute Schöffel lachend. Sie ist Stammgast der Ortsvorsteher-Führungen. „Vier habe ich schon mitgemacht und zwei weitere gebucht“, verriet sie. Der Grund dafür sei einfach: „Ich kenne mich nicht in allen Stadtteilen aus, und man erfährt dabei immer wieder etwas Neues.“ Wenn das Wasser im Kanal wirklich bis an den Rand komme, dann stehe auch Ruchheim unter Wasser, so Lubenaus Kernaussage beim Rundgang über das WBL-Gelände. Dann sind die Kanäle bis auf das Straßenniveau vollgelaufen. „Und dann stehen auch die Keller unter Wasser“, meinte Lubenau. Zuletzt sei das bei einem Starkregen 2005 der Fall gewesen. „Auch deshalb haben wir die 1970 eingeweihte Anlage im Jahr 2007 umgebaut und modernisiert.“ „Ich komme oft an dem Gelände vorbei, und ich war auch schon hier“, berichtete der Ruchheimer Peter Schuler. Viel Neues habe er nicht erfahren. Für Schuler war die Teilnahme trotzdem Pflicht: „Es ist wichtig, dass man Interesse für den eigenen Ort zeigt und solche Angebote wahrnimmt. Sonst gibt es sie irgendwann nicht mehr.“ Der Friesenheimer Jakob Schally war hingegen aus reinem Interesse an Ludwigshafen mit dabei. „Ich weiß gar nicht, auf wie vielen Rundgängen ich schon dabei war.“ So tief wie in Ruchheim sei er allerdings noch nie in einen Ort hinabgestiegen. Im Pumpenkeller staunten die Gäste und auch Scharfenberger über die sieben Regenwasser- und zwei Schmutzwasserpumpen, die dem Stadtteil trockene Füße bescheren. Zurück an der Oberfläche wurde es sportlich. Nicht alleine mit dem gemütlichen Spaziergang, sondern vor allem, weil der SV Ruchheim zweite und letzte Station des Rundganges war. Auch hier gab Scharfenberger die Verantwortung ab, und der Vereinsvorsitzende Heimo Höbel übernahm den Rückblick in die Geschichte des Vereins, informierte über die Entstehung des Kunstrasens und berichtete vom aktuellen sportlichen Höhenflug. „Ich finde, dass es wichtig ist, dass man sich bei so einem Rundgang auch mit der Vereinswelt befasst“, erklärte die Ortsvorsteherin und leitete nach einem lehrreichen und rund zweistündigen Rundgang zum geselligen Teil der Veranstaltung über. Termin In der nächsten Etappe der Stadtteilführungen geht es mit Julia May heute über die Deponie in Rheingönheim. Am Mittwoch, 8. Juli, führt Günther Henkel durch Friesenheim. Anmeldungen beim Marketingverein, Telefon 0621/512035.

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