Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Arzt Peter Uebel zur Corona-Lage: Januar und Februar werden hart

Ein Arzt nimmt einen Rachenabstrich für einen Corona-Test.
Ein Arzt nimmt einen Rachenabstrich für einen Corona-Test.

Die Stadtspitze will sich erst am Freitagvormittag zur aktuellen Corona-Lage und zum Aufbau des Impfzentrums in der Walzmühle äußern. Die Infektionszahlen befinden sich derweil auf einem unverändert hohen Niveau. Von Dienstag auf Mittwoch sind 128 neue Corona-Fälle und zwei zusätzliche Todesfälle dazu gekommen. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt 353,5.

Licht am Ende des Tunnels gibt es in Form der Impfung, die schon in wenigen Tagen beginnen dürfte. Wir haben Peter Uebel um eine Einschätzung gebeten. Der 56-Jährige ist Internist in der Gartenstadt (Haus der Gesundheit) und engagiert sich als CDU-Fraktionssprecher im Stadtrat auch politisch.

„Hohe Wirksamkeit“

Mit dem Impfstoff hat Uebel keine Probleme: „Er scheint eine hohe Wirksamkeit zu haben und recht nebenwirkungsarm zu sein.“ Sind Sorgen also unangebracht? „Natürlich hätte man gerne Studien mit Langzeiterfahrungen. Das ist aber nicht möglich. Vom Aufbau als RNA-Impfstoff würde ich mir keine wesentlichen Sorgen machen, das Risiko erscheint sehr kalkulierbar.“

Mit Blick auf Nebenwirkungen sagt Uebel: Man wisse von Muskelschmerzen, Fieber und Erschöpfung. Solche Nebenwirkungen gebe es aber unter anderem auch bei der Grippeimpfung. „Insofern sehe ich hier keine besonders verstärkte Gefahr“, sagt Uebel. Er ergänzt, dass der Impfstoff für Schwangere und Jugendliche unter 16 Jahren ist nicht zugelassen sei.

„Eingeschränkte Sicherheit“

Eine große Herausforderung werde es, eine Reihenfolge für die Impfungen festzulegen. Uebel fordert hier „ethische Aspekte“. Und er betont: „Wer akut an einem Infekt leidet, sollte die Impfung auf jeden Fall verschieben.“

Zum Corona-Schnelltest-Zentrum in der Walzmühle sagt er, dass es ein „kommerzielles Angebot“ sei, das „in der augenblicklichen Situation vertretbar ist“. Und klar sei auch: „Schnelltests bieten nur eine eingeschränkte Sicherheit gegenüber den PCR-Abstrichen.“ Auch über Weihnachten empfiehlt der Mediziner das Vermeiden von Kontakten. Man müsse Abstand halten und Ältere sowie Kranke schützen.

In seinem Ärztehaus spiele Corona auch eine sehr große Rolle: Man versorge positive Patienten zu Hause und nehme Abstriche für Tests. Im ambulanten Bereich würden zudem mehr schwerkranke Patienten behandelt, da die Krankenhäuser meist nur noch Notfälle betreuen.

Und Uebels Blick auf 2021? „Ich denke, dass es bis zum Frühjahr lockerer wird, aber Januar und Februar werden hart.“

Peter Uebel
Peter Uebel
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