Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Arminia Ludwigshafen empfängt TSG Pfeddersheim

Fabrizio Moncada
Fabrizio Moncada

In der Abstiegsrunde trifft Oberligist FC Arminia Ludwigshafen fast ausschließlich auf Mannschaften aus Hunsrück und Westerwald. Am Samstag, 15.30 Uhr, kommt aber die TSG Pfeddersheim zum Nachbarschaftsduell nach Rheingönheim. Das ist der attraktivste, aber gewiss auch der stärkste Gegner.

Schlechte Nachrichten kommen aus der Regionalliga. Da steht das südwestdeutsche Trio RW Koblenz, Eintracht Trier und Wormatia Worms auf Abstiegsplätzen. Alle drei kämen in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, was dort zu acht Absteigern führen könnte. Nur die ersten vier von zwölf Teams der Abstiegsrunde spielen auch in der Serie 2023/24 sicher in der Oberliga. „Unser Ziel ist es, möglichst rasch auch rechnerisch Sicherheit zu haben“, sagt FCA-Trainer Andreas Brill. Aktuell hat die Arminia zwölf Punkte Vorsprung auf Platz fünf. Da dürfte eigentlich nichts mehr anbrennen, zumal die Mannschaft über genügend spielerische Qualität verfügt.

„Die bittere Pokal-Niederlage gegen Worms muss abgehakt sein. Es darf jetzt keine Ausreden mehr geben“, verdeutlicht der Übungsleiter. Er fordert einen Sieg, um endlich in der Abstiegsrunde anzukommen. Dieses Gefühl gab es zuletzt eher selten, denn von den vergangenen acht Pflichtspielen hat der FCA nur eins gewonnen. Brill glaubt, dass die Pfeddersheimer nach drei Siegen in Folge mit breiter Brust in Rheingönheim aufkreuzen werden. Spiele zwischen Arminia und TSG waren in der Vergangenheit meist hart umkämpft und eng. Damit ist wieder zu rechnen. „Um zu gewinnen benötigen wir unbedingt eine weitere Leistungssteigerung“, weiß der Coach. Die TSG kommt mit einem ehemaligen Arminia-Stürmer, dem Japaner Ryoji Matsumura.

Moncada mit Startelfchancen

Gute Chancen in der Startformation zu stehen hat Fabrizio Moncada, der linke Außenbahnspieler. Und das nicht nur, weil den Schwarz-Weißen die Außenverteidiger ausgehen. „Fa“ wie er von allen genannt wird, absolvierte bisher 38 Oberligaspiele für den FCA, stand aber nur in acht Partien über 90 Minuten auf dem Feld. Dennoch ist er sehr wichtig, weil er kaum Leistungsschwankungen hat. „Fa spielt sehr solide und ist extrem konstant in seiner Leistung. Er ist verlässlich und quasi immer im Training. Ich weiß, was ich an ihm habe“, urteilt Brill über den 30 Jahre alten Sizilianer, der bei der Arminia die Rückennummer 27 trägt. Sein Vorteil: Er ist als Verteidiger ebenso wie als Schienenspieler einsetzbar.

Bevor er bei den Rheingönheimern unterschrieb machte Moncada beim SV Ruchheim in Bezirks- und Landesliga auf sich aufmerksam. Da spielte er offensiver. Mit hohem Tempo, großer Dynamik und Explosivität suchte er das Eins-gegen-eins. Meistens setzte er sich durch, flankte mit seinem starken linken Fuß oder schloss selbst ab. Moncadas Stil erinnerte an den damaligen Frankfurter Linksaußen Filip Kostic. „Ruchheim war meine beste Zeit, da habe ich tolle Jahre verbracht“, berichtet der Außenbahnspieler, der als Zerspanungsmechaniker arbeitet und in Frankenthal wohnt. Bei der Arminia hat er sich nach Anpassungsproblemen ins Team gekämpft und Oberligaformat nachgewiesen.

Wiedersehen mit früherem Coach

„Inzwischen spiele ich auch gerne hinten, selbst wenn die Konkurrenz groß ist. Ich bin froh, dass mir die Arminia die Chance gegeben hat, Oberliga zu spielen“, betont Moncada. Am Samstag trifft „Fa“, der die Pokalenttäuschung verarbeitet hat, auf seinen früheren Ruchheimer Coach Tobias Ehrenberg, den neuen Trainer der TSG Pfeddersheim. „Das freut mich für Tobias. Wir haben ein prima Verhältnis gehabt. Vielleicht gelingt mir ja gegen ihn mein erstes Oberligator“, sagt Moncada. Auch Ehrenberg hat von seinem früheren Schützling eine gute Meinung: „Er hat eine starke Technik, ist schnell und dynamisch. Hinzu kommen Einsatzfreude und ein großer Willen. Oberliga habe ich ihm absolut zugetraut.“

Wenn die Saison zu Ende ist und er Urlaub hat, plant Familienmensch Moncada wie so oft im Sommer eine Reise nach Sizilien, wo ein Teil seiner Familie lebt. Er ist Taufpate von Salvatore, dem Sohn seines Bruders Francesco, der auch in Deutschland lebt. Ob der Kleine mal in die Fußstapfen seines Onkels treten kann? „Er ist eineinhalb Jahre alt. Vorsorglich habe ich ihm aber schon mal einen Ball gekauft“, erzählt „Fa“ und lacht.

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