Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Arminia Ludwigshafen besiegt SV Morlautern 2:0

Dreikampf: Tyreece Herzhauser (Morlautern, Mitte), Giuliano Cultrera (links) und Adnan Rizvanovic.
Dreikampf: Tyreece Herzhauser (Morlautern, Mitte), Giuliano Cultrera (links) und Adnan Rizvanovic.

Pure Erleichterung bei Oberligist FC Arminia 03 Ludwigshafen. Nicht nur der 2:0 (0:0)-Erfolg gegen den SV Morlautern machte den Verantwortlichen dabei Mut.

Auch die Zukunftsaussichten sind aus Sicht von Trainer Chris Chorrosch überaus positiv. Der bewies dabei nicht nur mit der Einwechslung von Doppeltorschütze Noah Maier ein glückliches Händchen. Auch eine taktische Umstellung zahlte sich aus.

Nico Pantano war die Schaltzentrale im Spiel der Gastgeber. Nahezu jeder Angriff ging über den Mann mit der Nummer zehn. Immer wieder hatte der Mittelfeldspieler im gepflegten Kurzpassspiel der Gastgeber seine Füße im Spiel. Immer wieder bemühte sich der 32-Jährige um Überraschungsmomente. Wirklich erfolgreich war er damit allerdings nicht. Sein Schrägschuss nach 59 Minuten, der von gleich drei Mitspielern in der Mitte verpasst wurde, war seine gefährlichste Aktion, auch wenn er dem Spiel insgesamt deutlich seinen Stempel aufgedrückt hatte.

Maier goldrichtig

Die finalen Pässe spielten am Freitagabend andere. Ricardo Antonaci zum Beispiel, der eine Viertelstunde vor dem Ende zum ersten Mal die Schnittstelle der bis dahin vor allem defensiv gut stehenden Gäste fand. Noah Maier stand zum ersten Mal richtig, traf zur verdienten 1:0-Führung. Und Maier profitierte ein zweites Mal von der Vorbereitung anderer. Der ebenfalls eingewechselte Martin Amoako nutzte über links seine Geschwindigkeitsvorteile. Passte nach innen und obwohl die Chance eigentlich schon vertändelt schien, landete Maiers Schuss fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit doch noch im Netz, war gleich mehrfach abgefälscht und damit unhaltbar für den starken Gästetorhüter Bakary Sanyang. „Genau das wollen wir von Noah sehen“, verdiente sich der Doppeltorschütze nach dem Schlusspfiff ein Sonderlob seines Trainers.

Bis dahin war es vor 186 Zuschauern allerdings das erwartete zähe Ringen gewesen. Auf der einen Seite die mit viel Kurzpassspiel bemühten Gastgeber, die so ein deutliches spielerisches Übergewicht hatten. Auf der anderen Seite die defensiv gut organisierten Gäste, die lediglich auf Fehler der Arminia lauerten und damit beinahe auch belohnt wurden. Ein haarsträubender Ballverlust von Lukas Kebernik ließ gleich drei Gästestürmer allein auf Torhüter Robin Schneider zulaufen. Der behielt gegen Bobby Edet aber die Nerven, parierte mit einem tollen Reflex. „Das war die beste Chance im gesamten Spiel. Da müssen wir einfach in Führung gehen“, echauffierte sich Gästetrainer Daniel Graf auch noch nach dem Schlusspfiff. Er haderte außerdem mit zwei Entscheidungen des insgesamt großzügigen Unparteiischen Nicolas Scherer (Homburg): „In der ersten Hälfte muss es einen klaren Elfmeter für uns geben und bei der roten Karte hat unser Mann als erstes den Ball gespielt.“

Chorrosch stellt um

Zumindest bei der roten Karte gegen Maximilian Riehmer (50.) hatte er diese Meinung beinahe exklusiv für sich, denn möglicherweise traf sein Spieler im Zweikampf gegen Nathaniel Esslinger von schräghinten auch den Ball, die Verletzung seines Gegenspielers nahm er aber zumindest billigend in Kauf, so dass der direkte Platzverweis durchaus angemessen war. Viel Ertrag aus dem Überzahlspiel zogen die Gastgeber dabei zunächst ohnehin nicht. „Wir haben dann auf ein 4-4-2 umgestellt“, erklärte Chorrosch die unmittelbare taktische Folge. Gegen die tief stehende Doppelviererkette der Gäste bedeutete das aber in erster Linie einen Abnutzungskampf.

Der hätte schon deutlich früher entschieden sein können. Wenn beispielsweise Antonaci mit seinem völlig freien Kopfball aus kurzer Distanz schon die Führung erzielt hätte (32.). Es war einer von ganz wenigen Höhepunkten in einem ansonsten von vielen Zweikämpfen geprägten Abnutzungskampf zweier Mannschaften, die nach einem schwierigen Start auf den zweiten Saisonsieg hofften. Mit dem besseren Ende für die Gastgeber. „Über das gesamte Spiel war das ein verdienter Sieg für uns“, resümierte Chorrosch und freut sich auf die nächsten Aufgaben: „Beim nächsten Spiel werden wir wieder mehr personelle Alternativen haben.“ Und mit der wiederentdeckten Torjägerqualität von Noah Maier haben die Arminen außerdem eine zusätzliche Waffe.

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